Ökonomie der Darstellung.

  • W. A. Freund

Zusammenfassung

Ich glaubte damit richtig verfahren zu sein, daß ich die Vorarbeit von der eigentlichen Arbeit getrennt herausgab. Dies konnte ich mit Fug, weil der Gegenstand der Vorarbeit ein eigentlich in sich abgeschlossener war, wie ja auch Monographien über Bindegewebe, Knochen und Knorpel in der damaligen Zeit vielfach veröffentlicht worden sind und meine Bearbeitung beträchtliche neue Tatsachen herbeibrachten. Was die Darstellung im zweiten Teile des Werkes anbelangt, so habe ich das kasuistische Arbeitsmaterial als Anhang von der eigentlichen Arbeit getrennt dargestellt; die dort herangezogenen Fälle aber nur in den für die Sache wesentlichen und beweiskräftigen Einzelheiten, vor allem mit genauen Maßbestimmungen wiedergegeben. Dies tat ich, weil ich durch die Erfahrung gelehrt worden war, daß das in die Arbeit selbst hineingebrachte kasuistische Arbeitsmaterial die Lektüre ungemein belastet und ausführliche mit unwesentlichem Detail bepackte Kasuistik einfach überschlagen wird. Die Befürchtung, bei nicht protokollmäßig vollständiger Wiedergabe der Kasuistik der Leichtfertigkeit und Unglaubwürdigkeit geziehen werden zu können, ist nach meiner Überzeugung illusorisch. Wer Ursache zu haben meint, kurzer, auf das Wesentliche eingeengter kasuistischer Darstellung nicht zu trauen, wird sich auch durch langatmige mit allen Nebensachen beladener Darstellungen nicht umstimmen lassen. Freilich hat man merkwürdige Erfahrungen machen müssen. Die hie und da geübte Gepflogenheit, die beigebrachten Fälle, wie man sich ausdrückt, zu frisieren, um die Statistik, besonders die der operativen Erfolge, glänzend aufzustellen, ist höchst tadelnswert. Auch der unschuldig aussehenden Redensarten „in unzähligen, in hunderten von Fällen“ sollte man sich in wissenschaftlichen Diskussionen enthalten.

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© Springer Verlag Berlin Heidelberg 1913

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  • W. A. Freund

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