Zusammenfassung

Wir kommen jetzt zu einer Stufenordnung von Regulationen, die sich nur in ihrer regulatorischen Wirkung aus allem Bisherigen herausheben. Es gibt eine primitive, aber doch in beschränktem Maße wirksame Weise, bei äußerst verwickelt zusammenhängenden Verhältnissen den vorteilhafteren Zustand zu gewinnen. Der Organismus wird durch die üble Wirkung eines schlechten Zustandes zu Handlungen gereizt, durch die überhaupt eine Veränderung erzielt wird, und es wird solange irgendwie reagiert, als noch kein befriedigender Zustand erzielt ist. Diese Handlungen mögen nun bei einem primitiven Aktionssystem ganz einfach und gleichförmig sein, oder das Lebewesen mag wahllos von einer Reaktion zur andern übergehen. Erst bei hoher Organisation werden durch besondere intermediäre Regulationsprozesse einige angepaßtere aus vielen möglichen Reaktionen ausgewählt. Das Prinzip ist immer das gleiche. Man denkt unwillkürlich an typische Erscheinungen im Leben der Einzelmenschen und der sozialen Einheiten. Der unruhige, reformatorische, revolutionäre Geist in schlechteren Zeiten und der träge konservative Geist in guten Zeiten sind an sich gewiß recht mangelhafte Anpassungen. Der eine stürzt sich oft genug erst recht ins Unglück, während der andere die Vorsorge vernachlässigt. Aber im allgemeinen sind doch die Zeiten der Verschlechterung solche, in denen ein Handeln angebracht ist, während gute Zeiten keinen Anlaß zur Veränderung bieten, solange nicht neue Möglichkeiten weitsichtig erfaßt werden können.

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Literatur

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Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1922

Authors and Affiliations

  • Wilhelm Burkamp

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