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Hippokrates pp 71-74 | Cite as

Vom Gebrauche von Flüssigkeiten (πєρì χρήσιος ύγρών)

  • Arnold Sack

Zusammenfassung

Von den drei Wasserarten, Quell-, Salz- und Seewasser, eignet sich das Quellwasser am besten für die Verrichtungen des Arztes. Es greift die eisernen und kupfernen Geräte und Instrumente so gut wie gar nicht an und hat die weiteste Verbreitung bei der Zubereitung von Arzneien, die längere Zeit aufbewahrt werden sollen. Für seine Anwendung auf der Haut kommt bei der Beurteilung seiner Heilkraft nur der Umstand in Betracht, daß es die Haut anfeuchtet, erwärmt oder abkühlt, — sonst aber nichts. Wo es auf kleine Wasserverrichtimgen ankommt, da genügt ein Schwamm. Diese Verwendungsart eignet sich am besten bei Augenleiden oder bei oberflächhchen Hautverletzungen. Das warme Wasser kommt bei Übergießungen und Packungen des Körpers — im ganzen wie im einzelnen, nach den Körperteilen — in Betracht, wobei die Härte der Haut erweicht, Gespanntheit gelockert wird, die zusammengezogenen Nerven (Sehnen ?) entspannt, die mit Wasser angefüllten Gewebe entwässert werden und der Schweißausbruch bewirkt wird. Ferner ist es gut zum Anfeuchten und Durchspülen, z. B. für die Reinigung der Nasengänge, der Harnblase und der geblähten Därme. Es festigt außerdem die Muskulatur, macht die Haut zart, weich und weniger fettreich, verleiht ihr blühendes Aussehen und beseitigt ihre Unreinhchkeiten. Bei Schlaflosigkeit bewirkt es Schlaf, wenn es zu Kopf- und anderen Güssen verwendet wird. Es hndert Krämpfe und mildert den Starrkrampf, es betäubt heftige Ohrenschmerzen, Augenschmerzen und dergleichen… Das Wasser darf aber nicht zu heiß genommen werden. Es darf kein Brennen vennrsachen. Am besten überläßt man die Beurteilung der Bekömmhchkeit in dieser Hinsicht dem Kranken selbst, ausgenommen die Fälle von vollständigem Verlust der Sprache, von Lähmung, von Bewußtlosigkeit, von Erfrierungen oder von außerordenthch schmerzhaften Verletzungen, bei denen die Haut gefühllos geworden ist. Denn man würde sie verbrühen, ohne es selbst zu merken.

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© Julius Springer in Berlin 1927

Authors and Affiliations

  • Arnold Sack

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