Grad der Bewußtheit und Aufmerksamkeit

  • Richard Semon
  • Otto Lubarsch

Zusammenfassung

Wir haben in der zweiten Hälfte des vorigen Kapitels eine Steigerung des Bewußtheitsgrades behandelt, die das Ergebnis einer vervielfachten Reizung, und zwar einer Reizung korrespondierender, bzw, äquivalenter Empfangsstellen ist. Die auf diesem Wege erzielte Steigerung des Bewußtheitsgrades hat, abgesehen von meinen Ausführungen in den Mnemischen Empfindungen, bisher noch niemals die gebührende Beachtung gefunden. Um so eifriger hat man sich dafür mit denjenigen Zuständen des Bewußtheitsgrades beschäftigt, die man als Aufmerksamkeit zu bezeichnen pflegt. In der Sprache des Alltagslebens wird unter Aufmerksamkeit rechtVerschiedenartiges verstanden, und vor allern verbindet sich zunächst fast für jeden mit diesem Begriff der der aktiven Anspannung, wie er noch schärfer in der lateinischen Bezeichnung attentio zum Ausdruck kommt, die ursprünglich schlechthin Anspannung, in übertragenem Sinne als Anspannung des Geistes, Aufmerksamkeit bedeutet und in den italienischen, franzö;sischen und englischen Bezeichnungen für diesen Begriff weiterlebt. Anspannung aber erscheint uns als Handlung und aktive Anspannung als eine von unserer Willkür abhängige Handlung, wodurch wir leicht dazu geführt werden, die Aufmerksamkeit unter diese Begriffsklasse einzuordnen und hierin ihr Hauptcharakteristikum zu erblicken.

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© Verlag von J. F. Bergmann 1920

Authors and Affiliations

  • Richard Semon
  • Otto Lubarsch

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