Die Organisation der Interessenkoalition

  • K. Vorwerck
  • D. K. Dunkmann

Zusammenfassung

Die einfachste, auch scheinbar selbstverständliche und jedenfalls unvermeidliche Form der Organisation der Arbeiterschaft ergibt sich in der sog. Interessenkoalition, populär auch Interessengemeinschaft oder Interessenverband genannt. Wir ziehen das erstgenannte Wort vor, weil die Begriffe Gemeinschaft und Verband bereits eine zu bestimmte soziologische Bedeutung erhalten haben. Unter einer Koalition von Interessen wollen wir den einfachen Tatbestand begreifen, daß eine Menge von Menschen, die das gleiche Interesse an einer Sache haben, sich in der Absicht, dieselbe durch gemeinsames Handeln zu fördern und zu schützen, vereinigen. Wo der einzelne zu schwach ist, seine Interessen zumal nach der wirtschaftlichen Seite durchzusetzen — man denke z. B. an Rentner, Kleinhändler —, da wird eine gemeinsame Aktion zweifellos mehr Erfolg versprechen. Wenn der Arbeiter ohne Organisation allen Launen und Unbillen der sog. Konjunktur preisgegeben ist, so ist zu erwarten, daß die koalisierte Arbeiterschaft, zumal wenn sie einig ist, ihren Willen schon durchzusetzen vermag. Die Interessenkoalition ist insofern einem Massenaufgebot von Stimmen vergleichbar, wobei der Druck der Masse das Entscheidende ist. Eine mechanische Summe einer Gewichtsmasse aus Millionen winziger Teile kann ihre Wirkung nicht verfehlen. Der Gedanke also einer solchen Interessenkoalition ist rein mechanisch zu verstehen. Er kommt zum Ausdruck in dem bekannten Vers: „Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will.“ Aber der so zustande kommende Massendruck ist nun doch notwendig an gewisse Regeln und Gesetze gebunden, durch die eine Gesellschaft überhaupt zusammengehalten wird.

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© Verlag von Julius Springer 1928

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  • K. Vorwerck
  • D. K. Dunkmann

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