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Räume für Fleischer, Händler, Landwirte

  • H. Heiss

Zusammenfassung

Es wird hier vornehmlich zu untersuchen sein, für eine wie große Anlage solche geschaffen werden wollen. Ganz allgemein soll bemerkt werden, daß man solche Einrichtungen wohl nur in großen und mittleren Anlagen findet und daß zu unterscheiden sein wird, ob es sich lediglich um eine Art Stehbierhalle oder um eine richtig betriebene Wirtschaft handeln soll. In jedem Falle ist die Frage der Notwendigkeit vorher genau zu prüfen. Es sollte unter allen Umständen vermieden werden, wie man das leider so oft zu beobachten Gelegenheit hat, daß Wirtschaften unmittelbar in Verwaltungsgebäude eingebaut werden, da sie dort stets Lärm und sonstige Störungen verursachen. Wird ein Wirtschaftsraum als vordringlich und notwendig gehalten, so gehört er in ein eigenes Gebäude, und zwar tunlichst nicht allzunahe am Verwaltungsgebäude. Läßt sich jedoch ein Einbau in dieses aus bestimmten Gründen nicht vermeiden, so sorge man für möglichste Isolierung dieser Räume, gesonderten Zugang und innere Trennung vom Verwaltungsteil, um den dort Beschäftigten den Aufenthalt nicht zu verleiden. Den Fleischermeistern in kleineren Städten wird das Vorhandensein einer Wirtschaft im Schlachthof niemals angenehm sein, weil die Gesellen über Gebühr lang von zu Hause fortbleiben und damit der Arbeit entzogen werden. In gleicher Weise sollte der Genuß von geistigen Getränken in den Betriebsräumen selbst und das Rauchen nie gestattet werden. Es fehlt an sich nicht an erregten Auftritten, welche durch die Schaffung einer künstlich „animierten“ Stimmung sicherlich nicht an Zahl verringert würden. Manche Verstöße gegen den Hausfrieden werden dadurch hintangehalten. Man kann schließlich begreifen, daß die Arbeitenden das Bedürfnis nach einer Zigarette haben, und es besteht kein Grund ihnen das Rauchen außerhalb den Hallen und Stallungen zu verbieten, noch besser aber mundet das Rauchen im Verein mit einem frischen Trunk. In vielen Schlachthöfen war bis zum Kriegsende das Rauchen im Betrieb streng verboten, doch haben sich die diesbezüglichen Bestimmungen im Laufe der Jahre oft sehr gelockert und wie es, namentlich im Süden, Schlachthöfe gibt, in welchen die Gehilfen stets den gefüllten Krug zur Seite haben müssen, so ist auch in einer Reihe von Schlachthöfen das strenge Rauchverbot verschwunden und wird meist nur noch, dann aber mit eiserner Strenge, im Kühlhause durchgeführt.

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© Verlag von Julius Springer 1932

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  • H. Heiss

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