Neuere Erfahrungen über quantenhaften Energieaustausch bei Zusammenstößen von Atomen und Molekülen

  • J. Franck

Zusammenfassung

Nach der BOHRSCHEN Atomtheorie besitzen Atome und Moleküle diskrete, quantenhaft ausgezeichnete, stationäre Energiezustände. In ihnen können Elektronen um einen positiven Kern auf sogenannten Quantenbahnen umlaufen, ohne, wie es nach der klassischen Theorie gefordert wird, elektromagnetische Strahlung der Frequenz ihres Umlaufs zu emittieren. In gleicher Weise können auch positiv und negativ geladene Ionen um ihren gemeinschaftlichen Schwerpunkt umlaufen bzw. gegeneinander schwingen, ohne die entsprechenden ultraroten Frequenzen auszustrahlen. Strahlung, und zwar monochromatische Strahlung, tritt auf, wenn das Atom oder Molekül aus einem stationären Quantenzustand in einen anderen übergeht. Die Frequenzen des monochromatischen Lichts, das dabei ausgesandt wird, berechnen sich aus der .Energie-differenz der beiden Quantenzustände, zwischen denen der Übergang erfolgt nach der Frequenzgleichung
$$ w_a - w_e = hv $$
wobei w a die Energie des Anfangszustandes, w e diejenige des Endzustandes nach dem Elementarakt bedeutet. Den niedrigsten Quantenzustand, d. h. den energieärmsten, dessen das System fähig ist, nennt man den Normalzustand oder unangeregten Zustand. Er ist derjenige, in dem wir das Atom und Molekül bei niedrigen Temperaturen zu finden gewohnt sind. Durch Energiezufuhr, z. B. durch Licht der Wellenlängen, die nach der obigen Frequenzregel von dem normalen Atom und Molekül absorbiert werden, kann man die höheren oder angeregten Zutände des Systems erhalten.

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Copyright information

© Julius Springer, Berlin 1923

Authors and Affiliations

  • J. Franck

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