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Die Fachgebiete des Kaiser Wilhelm-Instituts für ausländisches und internationales Privatrecht (gegründet 1926) 1900–1935

  • Ernst Rabel

Zusammenfassung

Am 1. Januar 1900 traten im Deutschen Reich das Bürgerliche Gesetzbuch, eine Neufassung des Handelsgesetzbuchs und wichtige Nebengesetze in Kraft. Es war der Anfang einer neuen Epoche der deutschen Rechtsentwicklung, die zwar entgegen allen Erwartungen nur kurze Dauer haben sollte, dennoch aber für die privatrechtliche Entwicklung der ganzen Welt von größter Wichtigkeit wurde. Für Deutschland bedeuteten diese Gesetze die Vollendung der Rechtseinheit. Als Werke von unerhörter technischer Vollkommenheit und Gedankenfülle boten sie die Grundlage für eine sehr erhebliche Umgestaltung der Rechtsprechung zu höherer Sicherheit und zugleich Schmiegsamkeit und den Ausgangspunkt für eine zivilreehtliche Wissenschaft, durch deren Ausmaße und systematische Kraft alle Lehrgebäude in der langen Geschichte der Jurisprudenz übertroffen wurden. Es waren gewaltige Leistungen, gemessen an der Vergangenheit, wieviel daran auch aus dem Gesichtswinkel späterer Zeiten auszusetzen sein mag. Diese Gesetze aber zogen bis zum Kriege die Augen fast aller Bearbeiter ausschließlich auf sich. Während sie mit einer be wundernswerten Anspannung durch Theorie und Praxis bewältigt wurden, blieb für die Umsicht im Ausland wenig Zeit übrig. Um so mehr verstärkte sich die Abspaltung von den Nachbarländern, deren bisherige Zusammenhänge mit den deutschen Partikularrechten durch die Reichskodifikation aufgehoben wurden, zu einer Absperrung Deutschlands von der übrigen juristischen Welt.

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© Julius Springer in Berlin 1937

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  • Ernst Rabel

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