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Kunstseiden-Herstellung

  • W. Weltzien

Zusammenfassung

Die ersten Vorschläge, Fasern auf künstlichem Wege zu erzeugen, stammen von Hooke (1655) und Reaumur (1734), das erste diesbezügliche Patent erhielt Audemars (1855) in England; es blieb jedoch ohne praktische Bedeutung. Der erste, der künstliche Fasern herstellte, dürfte Swan in England gewesen sein, der 1883 Patente erhielt, jedoch nur Fäden für die Verwendung in elektrischen Glühlampen erzeugte; seine Versuche auf textilem Gebiet waren ohne Erfolg. Fast gleichzeitig mit Swan arbeitete in Frankreich Graf Hilaire de Chardonnet, der sein Verfahren im Jahre 1884 niederlegte und, da er von vornherein auf die Erzeugung einer Textilfaser ausging und hierin auch grundlegende Ergebnisse erzielte, mit Recht als der Begründer der Kunstseidenindustrie gilt; er erzeugte die Kunstseide auf dem Wege über Cellulosenitrate (Nitroseide). 1857 entdeckte Schweizer die Löslichkeit von Cellulose in Kupferoxydammoniaklösung; Versuche von Weston (1882) und Despaissis (1890), diese Tatsache zur Erzeugung künstlicher Fäden nutzbar zu machen, führten nicht zur praktischen Verwendung. Erst die planmäßigen Arbeiten von Fremery und Urban führten unter dem Decknamen Pauly (1897) zum grundlegenden Patent für die Gewinnung der sog. Kupferseide. Weiterhin gelangten Cross, Bevan und Beadle 1891 zur grundlegenden Entdeckung der Einwirkungsprodukte von Schwefelkohlenstoff auf Alkalicellulose und begründeten damit das heute vorherrschende Viscoseverfahren. Endlich erhielten Cross und Bevan 1894 die ersten, technisch freilich undurchführbaren Patente auf die Herstellung von Celluloseacetaten. Die ersten praktisch brauchbaren Patente auf letztere stammen von Lederer (1899) und den Elberfelder Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer & Co. (1901). Sie sowie die späteren Herstellungspatente von Miles (1904) und den Elberfelder Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer & Co. (Eichengrün und Becker, 1905) bilden in Verbindung mit den Spinnpatenten von Wagner (1902) und Mork, Little, Walker (1902) die Grundlagen für die zu immer größerer Bedeutung gelangende Acetatseide.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1930

Authors and Affiliations

  • W. Weltzien

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