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Zusammenfassung

Unser Rundgang ist beendet. Der gewissenhafte Berichterstatter mußte, sollte die Arbeit ihre Aufgabe erfüllen, beim Einzelnen verweilen und Vollständigkeit anstreben. Er durfte erwarten, daß die geschilderten Erscheinungen sich von selbst dem Leser zu Bildern gestalten, daß die vergleichende Zusammenstellung von Rechtsvorgängen auf einem einzelnen Teilgebiet des staatlichen Lebens geeignet ist, Rechtsgedanken und Staatsauffassung eines jeden Landes mit großer Klarheit wiederzuspiegeln. Auf wenigen Rechtsgebieten allerdings ist dem Juristen ein solch tiefer Blick in das Wesen der Staaten gestattet, wie auf dem unsern. Wie ein Staat sein Angehörigkeitsrecht in Zeiten gewaltiger Kräfteanspannung handhabt, das kennzeichnet ihn selbst und sein Volk, sein Recht und seine Richter, seine Politik und seine Kriegführung. Die Eigenart der Staatspersönlichkeiten, so kann man es auch wenden, ist eine so ausgesprochene, daß sie sich auch in ihrem Staatsangehörigkeitsrecht unverkennbar ausprägt. Wer auf unserm Gebiet von Land zu Land gezogen ist, den Rednern des Parlaments zugehört, dem Urteil des Richters gelauscht, die Meinungen der Gelehrten verfolgt hat, wer die Faust des Kriegsministers wie den Hammer des Liquidators hinter diesen, die Volksleidenschaft und die kühle Berechnung der Neutralen hinter jenen Vorgängen gespürt hat, dem sind immer wieder alte Bekannte erschienen, die Staaten, wie sie in ihrer historischen Gewordenheit, ihrer Rechtsauffassung, ihrem politischen Willen und dem Charakter ihrer Völker längst ausgeprägte Züge feststehender Persönlichkeiten aufweisen.

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Literatur

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    Auf diesen Zusammenhang macht Randall: Law Quarterly Review 1924, S. 25 aufmerksam.Google Scholar
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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1925

Authors and Affiliations

  • Gustav Schwartz

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