Der Umfang der strafrechtlichen Haftbarkeit

  • Eberhard Schmidt
Part of the Enzyklopädie der Rechts- und Staatswissenschaft book series (ENZYKLOPÄDIE, volume 25)

Zusammenfassung

Das MilStGB stellt hinsichtlich der Frage, wann bei unvollständiger Tatbestandserfüllung ein strafbarer Versuch anzunehmen sei, keine besonderen Rechtssätze auf, übernimmt also insofern gemäß § 2 MilStGB die Regelung des gemeinen Strafrechts (RStGB §§ 43ff.), damit natürlich auch zugleich die bekannten Streitfragen, die sich an das Wesen des Versuchs, seine Abgrenzung gegenüber den Vorbereitungshandlungen, die Frage des untauglichen Versuchs usw. anknüpfen. Das alles kann hier nicht erörtert werden. In der Rechtsprechung des RMilG hatten sich im wesentlichen die vom RG anerkannten Grundsätze bei der Auslegung der §§ 43 ff. RStGB eingebürgert. RMilG 18,41 anerkennt die Rechtsprechung des RG zur Frage des untauglichen Versuchs, übernimmt demgemäß die grundsätzlich subjektive Interpretation des §431. Auch die (mit der subjektiven Grundauffassung so eigenartig kontrastierende) objektive Unterscheidung von Ausführungs- und Vorbereitungshandlungen sucht RMilG 10, 253, 11, 90, 17, 3 (und öfters) ganz im Sinne des RG durchzuführen. Die Entwicklung zum Willensstrafrecht wird auch im Bereiche des Militärstrafrechts die Ausgestaltung der Versuchslehre bestimmen und die folgerichtige Durchführung der subjektiven Auffassung bringen.

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© Verlag von Julius Springer · Berlin 1936

Authors and Affiliations

  • Eberhard Schmidt
    • 1
  1. 1.Universität LeipzigDeutschland

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