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Handelsrecht pp 119-128 | Cite as

Allgemeines

  • Karl Heinsheimer
Part of the Enzyklopädie der Rechts- und Staatswissenschaft book series (ENZYKLOPÄDIE, volume 20a)

Zusammenfassung

Handelsgeschäfte, d. h. nach Handelsrecht zu beurteilende Rechtsgeschäfte, sind alle Geschäfte eines Kaufmanns, die zum Betriebe seines Handelsgewerbes gehören, § 343 I. Im Gegensatz zum ADHGB. (s. oben § 2 a. E.) gibt es keine sog. absoluten Handelsgeschäfte mehr, die ohne Rücksicht auf die Person des sie Vornehmenden dem Handelsrecht unterstellt wären; nach § 343 kommt es nicht sowohl auf das objektive Wesen des Geschäfts, als vielmehr auf die Kaufmannseigenschaft des Subjekts an. Der Zusatz, daß das Geschäft zum Gewerbebetrieb gehören muß, ist, genau genommen, nur eine Verdeutlichung, die das Mißverständnis ausschließt, als ob ein „Kauf mann“ auch in seiner privaten Sphäre, z. B. bei Einkäufen für seinen Haushalt, dem Handelsrecht unterstünde. Entscheidend ist stets nur, ob dies konkrete Geschäft tatsächlich zu diesem konkreten Gewerbebetrieb gehört. Ist dies der Fall, so ist es ein Handelsgeschäft, mag es nun zu derjenigen Art von Hauptgeschäften gehören, die diesen Betrieb zum Handelsgewerbe machen (z. B. Ankauf der hier gehandelten Ware, Frachtverträge des Transportunternehmers), oder aber nur ein Hilfsgeschäft sein (z. B. Frachtvertrag eines Warenkaufmanns, Grundstückskauf oder -miete, Anstellungsverträge, Vollmachten, Geld- und Kreditgeschäfte, Versicherungsverträge, Konkurrenzverbote1). Dabei macht es, wie schon die eben angeführten Beispiele zeigen, keinen Unterschied, ob ein solches Hilfsgeschäft an sich zu den Grundhandelsgeschäften des § 1 Abs. 2 gehört oder nicht.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1930

Authors and Affiliations

  • Karl Heinsheimer
    • 1
  1. 1.Universität HeidelbergDeutschland

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