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Medizinische Angelegenheiten — Ernährung — Prohibition

  • Franz Koelsch
Part of the Schriften aus dem Gesamtgebiet der Gewerbehygiene book series (SGG, volume 37)

Zusammenfassung

Die Zentralstelle für alle staatsmedizinisehenAngelegenheiten ist das Department of Public Health in Washington (Leiter Dr. Cuming, damals Stellvertreter Dr. Thomson). Das genannte Gesundheitsamt ist auch heute noch eine Abteilung des Schatzamts (Treasury-Department), wie schon bei seiner Gründung im Jahre 1798. Damals hatte nämlich die dem Schatzamt unterstellte Hafenbehörde zunächst einen besonderen Gesundheitsdienst eingerichtet, aus dem sich mit der Zeit das heutige Gesundheitsamt entwickelte. Heute können wir diese Zuständigkeit wohl nur als Symbol auffassen: „Der gesunde Mensch ist der größte Schatz der Nation!“ Damit könnten wir wohl auch heute diese historisch-begründete Ressortfrage ausreichend rechtfertigen. Der Public Health Service umfaßt 7 Departments (unter anderen über Bevölkerungsbewegung, Medizinalstatistik, Infektionskrankheiten im In- und Ausland, Geschlechtskrankheiten, öffentliche Hygiene, Krankenanstalten, Schulhygiene, Heilpersonal, Fürsorge usw., ferner, wie bereits oben erwähnt, auch industrielle Hygiene). Ich erhielt dort unter anderem auch wertvolle Angaben über die allgemeinen Gesundheits Verhältnisse. Es ist natürlich schwer, ja unmöglich, mit einigen kurzen Worten ein Urteil über die öffentliche Gesundheit abzugeben, zumal in einem Lande derartiger Größe und Gegensätzlichkeit.

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Literatur

  1. 2.
    v. Tyszk a fordert daher für Deutschland eine Steigerung der Produktionskraft der Landwirtschaft, aber nicht durch Subventionen und Zölle, sondem durch Urn­stellung: Abbau der Getreidezölle and des Körnerbaues, dagegen. Förderung von Viehzucht, Geflugelzucht, des Gemüse- und Obstbaues u. ä. Vgl. v. Tyszka: Die Ernährungsverhältnisse deutscher und amerikanischer Arbeiter. Klin. Wschr. 3, 124 (1931).CrossRefGoogle Scholar
  2. 1.
    Eine eingehende Studie von G. Schmöders über die Frage „Prohibition und Volksgesundheit in USA.“ findet sich in Arch. soz. Hyg. 5, 317ff. (1930) (mit Literatur). Verfasser kommt zu nachstehenden Schlußfolgerungen: „Faßt man die Ergebnisse dieser statistischen Untersuchung in wenigen Worten zusammen so ergibt sich eine unzweifelhaft ungünstige Auswirkung der Prohibition auf die Gesundheit des amerikanischen Volkes. Die Prohibition hat ein Wieder- ansteigen der Sterblichkeit nach 1920, von welchen Ursachen theses auch immer veranlaßt sein mag, nicht verhindern konnen, ebensowenig wie sie den Alkoholismus als solchen irgendwie nachhaltig einzudümmen in der Lage war. Vielmehr hat heute der statistisch feststellbare ALkoholismus nach alien Anzeichen nicht nur in den großen Stadten, sondern im ganzen Lande das Vorprohibitionsniveau im Gegensatz zu den meisten anderen Landem mit weniger radikaler Gesetzgebung wieder erreicht, wobei von den volksgesundheitlich so ubel anmutenden Ver­giftungen durch Holzalkohol usw., die in zahlreichen Fallen zu Erblindung und. dauerndem Siechtum geführt haben, ganz abgesehen werden soil; die mühsam gewonnenen Erfolge auf dem Gebiete der Fernhaltung der Farbigen vom Alkohol sind wieder zunichte gemacht worden, und vieles spricht dafür, daB heute gerade die jüngeren. Altersklassen der Trunkenheit in höherem Grade anheimgefallen sind als vor der Prohibition, die die besonderen Schranken, die Sitte und Gesetze gegen den Alkoholmißbrauch der Jugendlichen aufgerichtet hatten, mit ihrem alle gleich­machenden Verbot niedergerissen hat.Google Scholar

Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1931

Authors and Affiliations

  • Franz Koelsch
    • 1
    • 2
  1. 1.Bayrischen Staatsministerium für Landwirtschaft und Arbeit, Abt. „Arbeit“Bayr. LandesgewerbearztMünchenDeutschland
  2. 2.Technischen HochschuleMünchenDeutschland

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