Von den Anfängen der Westfälischen Industrie

  • Conrad Matschoss

Zusammenfassung

So bemerkenswert auch diese Anfänge, die hier nur kurz erwähnt werden können, sind, stellen sie doch nur einige wenige Einzelfälle dar, die umsomehr hervortreten, je rückständiger noch die gesamte Lage der Gewerbe und Industrie in diesen preußischen Landen war. Wer damals Westfalen und die Mark besuchte und etwa nach Sehenswürdigkeiten fragen wollte, dem würde man von der alten bodenständigen Kleineisenindustrie Solingens und Remscheids erzählt haben, von den Leistungen der alten Klingenschmiede und Messerschmiede, man würde auf die schönen Rathäuser und Kirchen aufmerksam gemacht haben, aber man hätte ihm noch nichts zu zeigen vermocht von der großen industriellen Entwicklung, die im Laufe der letzten hundert Jahre das Land so nachhaltig umgestaltet hat. Die Städte waren zumeist kleine bescheidene Ackerbürgerstädte. Essen hatte vor hundert Jahren ebenso wie Bochum nur etwa 3000, Dortmund 4300 Einwohner. Die Bewohner fingen an, sich nur langsam von dem Sturmwind der napoleonischen Kriege zu erholen. Die verantwortlichen Politiker Preußens schienen damals zu glauben, die alte Staatskunst könne tiefstes Volkserleben mit bürokratischem Radiergummi aus den Urkunden der Geschichte tilgen. Reaktion und Völkerbundsidee im Kleid der heiligen Alliance waren die politische Weisheit der Regierenden. Für das Ausland war Deutschland höchstens ein Land mit Entwicklungsmöglichkeiten in technischer und industrieller Hinsicht. Von der ihm innewohnenden gesunden Kraft ahnte man nichts.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1922

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  • Conrad Matschoss

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