Zahnärztliche Prothetik

  • H. Euler

Zusammenfassung

In den verflossenen Jahren hat die zahnärztliche Prothetik in gesteigertem Maße eine Entwicklung genommen, die sich zum Ziel setzt, durch die zur Verfügung stehenden technischen Arbeitsverfahren nicht nur Ersatzteile herzustellen, die die Aufgaben des natürlichen Gebisses in mehr oder weniger vollkommener Weise zu übernehmen vermögen, sondern auch die zur Wiederherstellung des Kauapparates erforderlichen prothetischen Hilfsmittel so der von lebenden Geweben gebildeten Umgebung einzufügen, daß sie irgendwelche schädlichen Wirkungen, die ihnen als Fremdkörper anhaften könnten, nicht auszuüben vermögen. Die unversehrte Erhaltung aller Teile des menschlichen Körpers und die Vermeidung jeder Störung im Ablauf aller Lebensvorgänge wird auch von der zahnärztlichen Prothetik immer mehr als Voraussetzung für die Vornahme einer durchzuführenden Behandlung angesehen. Wenn auch die praktische Betätigung auf dem Gebiete der Zahnersatzkunde mit vielen Verrichtungen untrennbar verknüpft ist, denen der Charakter des Technischen nicht abgesprochen werden kann, so wird doch alle Mühe, die wir hierauf verwenden, vergeblich sein, wenn wir unsere Hilfeleistung nicht unter den Gesichtspunkt stellen, daß das der Fürsorge bedürftige Gebiß ein Organ darstellt, dessen Gesunderhaltung für den Gesamtorganismus nicht unwesentlich ist, das aber auch nur in gesund erhaltener Umgebung seine volle Leistungsfähigkeit auf die Dauer entfalten kann. Gegenüber der früher im Vordergrund stehenden technischen Seite bei der Herstellung von Zahnersatz gilt heute als erstes Ziel bei der Anwendung prothetischer Maßnahmen, nicht nur die Leistung des Gebisses zu heben, sondern auch den natürlichen Zahnbestand vor Schaden zu bewahren und möglichst dauernd zu erhalten. Die prothetische Ergänzung eines Gebisses ist deshalb eine Aufgabe, deren Lösung in weit stärkerem Grade von klinischen Gesichtspunkten bestimmt wird als von technischen, und es ist heute unbestritten, daß auch die zahnärztliche Prothetik als Teilgebiet der klinischen Zahnheilkunde zu betrachten ist.

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Copyright information

© J. F. Bergmann in München 1951

Authors and Affiliations

  • H. Euler
    • 1
  1. 1.Zahnärztlichen InstitutsUniversität BreslauPoland

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