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Überlebenszeit und Lebensqualität bei tumorbedingter Querschnittlähmung — strukturelle Auswirkungen auf Bettenbedarf und die Bettenplanung in Querschnittgelähmtenzentren

  • G. Exner
  • H. Hoser
Conference paper

Zusammenfassung

Die historische Entwicklung der Querschnittgelähmtenzentren in Deutschland basiert auf der Traumatologie. Insbesondere die Einrichtungen der Berufsgenossenschaften, die als die frühesten Institute vorbildhaft und bahnbrechend tätig waren und sind, waren rein traumatologisch orientiert. Die seit nun bald 25 Jahren erhobenen statistischen Auswertungen aller deutschen Zentren durch den Arbeitskreis „Querschnittlähmungen“ des Hauptverbandes der gewerblichen Berufsgenossenschaften zeigen dann auch, dass der Anteil der Patienten mit einer traumatisch erworbenen Querschnittlähmung in den deutschen Zentren immer noch zwischen 70 und 80% der gesamten Belegungskapazität ausmacht. Somit stehen nur restliche Kapazitäten der Zentren zur Verfügung für die Behandlung von Patienten mit einer über eine Erkrankung erworbenen Querschnittlähmung. Die in den großen Statistiken nachgewiesenen Anteile nichttraumatischer Art entsprechen also nicht der Realität, vielmehr ist von einer großen Dunkelziffer auszugehen von Patienten, die mit ihrer nichttraumatisch erworbenen Querschnittlähmung in Häusern behandelt werden, die nicht der Spezialversorgung Querschnittgelähmter gewidmet sind. Vor diesem Hintergrund ist die Aufnahmetaktik der Zentren gegenüber Patienten mit einer tumorbedingten Querschnittlähmung — insbesondere, wenn es sich um bösartige Tumoren handelt mit einer nachweisbar begrenzten Lebenserwartung — gelinde gesagt rigide. Dies aus mehreren Gründen:
  1. 1.

    Die Aufnahme und Erstversorgung von Patienten mit einer traumatisch bedingten Querschnittlähmung hat absoluten Vorrang.

     
  2. 2.

    Die zeitaufwendige Erstbehandlung, die ja vier und mehr Monate dauern kann, ist sicher nur gerechtfertigt bei einer uneingeschränkten Lebenserwartung.

     
  3. 3.

    Im Falle einer tumorösen Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung gestatten die körperlichen Verhältnisse wie Stabilität der Wirbelsäule, Belastbarkeit, Kraftzustand des Patienten in der Regel keine bekanntermaßen anstrengende und belastende Rehabilitationsbehandlung.

     

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Copyright information

© Steinkopff Verlag Darmstadt 2003

Authors and Affiliations

  • G. Exner
    • 1
  • H. Hoser
    • 1
  1. 1.QuerschnittgelähmtenzentrumBerufsgenossenschaftliches Unfallkrankenhaus HamburgDeutschland

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