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Berücksichtigt die Ernährungsverordnung und das Ernährungsangebot den Hochdruckpatienten als Patienten oder Mitarbeiter im Krankenhaus ausreichend?

  • R. Kluthe
Conference paper

Zusammenfassung

Unsere Auffassung von Pathogenese und Therapie der essentiellen Hypertonie hat in allerletzter Zeit eine Modifikation erfahren, die als ausgesprochen diätrelevant anzusehen ist. So ist aus den bisherigen pathogenetischen Konzepten die Hyperinsulinämie in den Mittelpunkt gerückt. Dies ist insbesondere gesichert für die Hypertonie des Übergewichtigen, die sich durch kalorische Überernährung und damit verbundene Fehlernährung bedingt bei dem weit überwiegenden Teil der Übergewichtigen einstellt. Die bisher sehr isoliert betrachtete und auch therapierte Hypertonie findet sich dabei in einer pathogenetischen Folgekette zusammen mit Adipositas, Typ II Diabetes und Hyperlipidämie, dem sogenannten metabolischem Syndrom. Am Anfang steht eine genetische Disposition. Der permissive Faktor, der das Syndrom lenkt, ist eine zunehmende Hyperinsulinämie, ausgelöst durch falsche Ernährung und Bewegungsmangel. Diese feste Einbettung der Hypertonie in die Syndromentwicklung des sogenannten “Metabolischen Syndroms” [ein Begriff, den Haller und Hanefeld aus Dresden vorgeschlagen haben (Übersicht bei Haller et al. 1989) und der als Syndrom X inzwischen aus Amerika reflektiert wurde] macht
  1. 1.

    verständlicher, warum die bisherige fast ausschließlich auf die Korrektur des Blutdrucks zentrierte Therapie in der Verhinderung der Gefäßsklerose wenig erfolgreich war. Sie macht

     
  2. 2.

    (und das ist für Arzt und Patienten neu zu überdenken) Ernährungstherapie ähnlich wie bei Typ II Diabetes zu einer Art kausaltherapeutischen Maßnahme. Eine Reihe von Publikationen belegen inzwischen, daß die Bedeutung des Insulins auch für den normgewichtigen Hypertoniker gilt (Übersicht bei Reaven 1988 sowie Lehnert et al. 1992). Auch hier führt Hyperinsulinämie direkt über Hypertonie und Hyper- und Dyslipoproteinämie sowie indirekte Veränderung des Fettstoffwechsels und durch Proliferation der glatten Muskelzellen in der Gefäßwand zur Arteriosklerose.

     

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Copyright information

© Dr. Dietrich Steinkopff Verlag, GmbH & Co. KG, Darmstadt 1992

Authors and Affiliations

  • R. Kluthe
    • 1
  1. 1.Akademie für ErnährungsmedizinFreiburgDeutschland

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