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Neurochirurgie des intrakraniellen Raumes

  • Joachim Gerlach

Zusammenfassung

Der starrwandige intrakranielle Raum besitzt nur eine größere Öffnung, das Foramen occipitale magnum, durch die Liquor austreten kann. Der Schädelinhalt besteht volumenmäßig überwiegend aus Hirngewebe, Blut und Liquor. Diese 3 Substanzen sind unkomprimierbar. Die intrakraniellen raumfordernden Prozesse, wie man alle jene Vorgänge und ihre Substrate nennt, die Platz im Schädelinnenraum beanspruchen, müssen eine Abnahme der vorher im Schädelinnenraum vorhandenen Massen herbeiführen (Monro-Kellie-Doktrin). Es muß dabei zu Massenverlagerungen kommen. Diese, die sog. Massenverschiebungen, verbinden sich mit gesetzmäßigen Formveränderungen des Gehirns, der Liquorräume und der Gefäße. Ein Ausgleich einer sich entwickelnden Raumbeengung ist am leichtesten durch den gut beweglichen Liquor möglich, in zweiter Linie, aber dem Volumen nach erheblich geringer, auch durch Blutverschiebungen mit Abnahme des Gefäßinhaltes. Das Hirngewebe kann nur örtlich und langsam durch Flüssigkeitsverlust und Substanzabbau an Volumen abnehmen. So bald diese Raumkompensation, die in der Regel 6% des Schädelinhaltes nicht übersteigt, versagt, kommt es zur intrakraniellen Druckerhöhung (17,18). Eine Raumbeengung im Großhirnbereich, etwa eine Geschwulst, verdrängt in der ersten Phase den Liquor aus den Subarachnoidalräumen der Nachbarschaft, komprimiert die Gefäße und preßt die Hirnwindungen gegen die Innenfläche des Schädels, zentralwärts engt sie die Hirnkammern ein.

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Copyright information

© Dr. Dietrich Steinkopff Verlag GmbH & Co. KG., Darmstadt 1981

Authors and Affiliations

  • Joachim Gerlach
    • 1
  1. 1.DarmstadtDeutschland

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