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Die Infektion der Zähne und Ihrer Umgebung

  • Martin H. Fischer

Zusammenfassung

Abgesehen von Vorschlägen zur Prophylaxe, Beratung wegen eines unregelmäßigen Zahnes oder Maßnahmen wegen eines nicht durchgebrochenen Zahnes ist alles, was uns veranlaßt, einen Zahnarzt aufzusuchen, Folge einer Infektion. Das muß der Zahnarzt bedenken, denn a) daraus ergibt sich, ob und was zu operieren ist, namentlich aber b), daß er zuerst beurteilen muß, ob eine Allgemeinerkrankung dahintersteckt oder nicht.

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Literatur

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    Eine Infektion des dentalen und peridentalen Gewebes kann auch metastatisch entstehen. Rosenow [J. Immunol. 1, 363 (1916)] brachte das Kunststück vor vielen Jahren zuwege. Das gab den Mundchirurgen einen großen Trost; denn war dadurch nicht bewiesen, daß ein übler Mund nicht die Ursache, sondern die Folge einer Allgemeinerkrankung war? Kaum! Rosenows Experimente bewiesen nur, daß ein intravenös injizierter, Arthritis auslösender Diplokokkus sich ebenso gern und „spezifisch“ im Gewebe um einen Zahn herum ansiedelt wie in ähnlichem Gewebe woanders.Google Scholar
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    Ähnlich in der Pflanzenwelt. Die „Wunde“ eines Stammes (z. B. nach Beschneiden) wird ähnlich durch einen „sterilen Firnis“ überglasiert, wenn ein reines Instrument benutzt wurde und wenn der Saft im Auf- oder Absteigen war. Die Situation ist schwieriger, wenn die benutzten Instrumente nicht steril waren oder wenn es sich um einen schon „verfaulten“ Pflanzenteil handelte. Wenn man die Wunde oft auch noch zusiegelt, wird die Pflanze nicht gedeihen, wenn man nicht alles Kranke entfernen konnte.Google Scholar
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    Ein Patient mit positiver Wassermann-Reaktion und den konstitutionellen Zeichen von Krankheiten, die wir hier besprechen (Sklerose der arteriovenösen Kapillaren, „degenerative“ Endo-, Myo-, Perikarditis, Arthritis, Erkrankung des Zentralnervensystems), wird sicher antisyphilitisch behandelt. Man vergißt zu häufig, daß er auch das Opfer einer zweiten Infektion sein kann und daß er noch anders behandelt werden sollte, als mit immer mehr Arsen. Der Orthopäde Samuel J. Hunkin pflegte zu sagen: „Man kann Syphilis oder Tuberkulose ertragen, man kann auch eine Eiterung ertragen — aber die Symbiose ist fatal.“Google Scholar
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    Walter Hess und Ernst Zürcher: Anatomy of the Root-canals (New York 1925), haben mit schönen Röntgenphotographien und Abgüssen die progressive Atrophie in den Pulpahöhlen der Zähne, die mit den Jahren immer weiter fortschreitet, beschrieben. Das ist eine grundlegende Entdeckung; aber wir glauben, daß man ihre Erklärung weniger in den Folgen des Alterns als in den Folgen von Infektionen, die bei jedem Menschen mit zunehmendem Alter immer häufiger auftreten, suchen sollte. Sie bemerken, daß die von ihnen beschriebenen Veränderungen alle Zähne erfassen — das unterstützt nur unsere Annahme, daß, wenn die Sechzig erreicht sind, selbst Menschen mit normalen Zähnen, die nie zahnärztlich behandelt wurden, Opfer der hier beschriebenen „trockenen“ Dentinitis und „trockenen“ Alveolitis sowie deren allgemeinen Auswirkungen werden.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Berlin Heidelberg 1955

Authors and Affiliations

  • Martin H. Fischer
    • 1
  1. 1.Universität CincinnatiUSA

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