Entfremdung und Vergegenständlichung

  • Ludwig Klages

Zusammenfassung

Wir müssen jetzt eine früher absichtlich gelassene Lücke schließen. Im ersten Teilstück des dritten Kapitels hieß es: „Wäre unser Kenntnisnehmen von der Welt ein Abbilden der Welt, so wüßten wir garnidit, daß wir Bewußtsein hätten.“Im dritten Teilstück desselben Kapitels wurde gesagt: „Ist es notwendig das Erleben, mit dessen Hilfe wir eine unbeschränkt große Anzahl von Arteigenschaften auffassen, so müssen die vermittelnden Erlebnisse selber artlich voneinander verschieden sein.“Was wir also dem Bewußtsein aberkannten, die Welt sozusagen zu spiegeln, ebendas wurde dem Erleben z u erkannt. Dann würde nun aber auch für dieses gelten, daß wir vermöge seiner von ihm selber zu wissen außerstande wären. Das möchte insofern freilidi von selbst einleuchten, als wir aus bloßem Erleben ja überhaupt von garnidits Kenntnis nehmen, also natürlich audi nidit vom Erleben. Allein wir wünschen hier auf zwei andre Punkte das Augenmerk zu lenken: erstens auf die Frage, wie wir vom Erlebnis wissen, wenn das Erlebnis selber nicht einmal die Vorbedingung dafür enthält; zweitens auf die Tatsache, daß niemals erlebbar sei ein — Erlebnis. — Wir beginnen mit dem zweiten Punkt.

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© Johann Ambrosius Barth München 1955

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  • Ludwig Klages

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