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Prioritäten: Legendär und Geschichtlich Korrekt

  • Rudolf Krebs

Zusammenfassung

Das nachträgliche Bemühen um den Nachweis des rechtmäßigen Prioritätsanspruches auf die Herstellung des ersten Automobils konzentrierte sich auf die Belegung der ersten öffentlichen Straßenfahrt mit diesem neuen Verkehrsmittel, wenn möglich sogar auf die erste Versuchsfahrt hinter den Mauern, die das Fabrikgelände des Produzenten gegen die Öffentlichkeit abschirmten. Dabei wurde stets außer Acht gelassen, daß damit lediglich nachgewiesen werden kann, daß sich das betreffende Fahrzeug zur angegebenen Zeit auf schienenlosem Boden mit einem Verbrennungsmotor als Kraftquelle selbst fortbewegt hat. Die Motorisierung des Straßenverkehrs ist damit nicht nachgewiesen, da es sich möglicherweise um eine nicht entwicklungsfähige Fehlkonstruktion gehandelt hat, die industriell nicht herstellbar war oder deren Herstellung sich nicht lohnte. Der derart fragwürdige Prioritätsstreit konkurrierender Herstellerfirmen weitete sich schließlich zu geschichtlichen Meinungsverschiedenheiten zwischen den beteiligten Nationen aus. Nun bemühten sich außer den Werbefachleuten der Hersteller auch die Historiker, jedes erdenkliche Mittel als Beleg für den angestrebten Prioritätsnachweis geltend zu machen. Ein Beispiel dafür ist die von der Fachliteratur bis auf wenige Ausnahmen kritiklos übernommene Darstellung des motorisierten Break von Lenoir. Er hatte ihn Anfang der sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts gebaut.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin, Heidelberg 1994

Authors and Affiliations

  • Rudolf Krebs
    • 1
    • 2
  1. 1.Abt.TEF, C 100Daimler Benz AGStuttgartDeutschland
  2. 2.IspringenDeutschland

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