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Die Auswirkungen von Selbstbehauptung und genitaler Bewußtheit auf das auftauchende Selbst

  • Joseph D. Lichtenberg

Zusammenfassung

In seiner Untersuchung über die Bedeutung des durch Kopfschütteln geäußerten „Nein“ legt Spitz (1957) dar, daß es dem Kind, das in irgendeiner Weise Widerstand ausfdrücken kann, möglich wird, das Selbst, das widerständige Objekt und das Widerstehen als Handlung zu objektivieren.1 Die Selbstbehauptung des Kindes im 2. Lebensjahr verleiht dem Auftauchen des Selbst, das als Leitfigur aus der interaktionalen Matrix zwischen Mutter und Kind herauswächst, eine dranghafte Qualität. Wenn laufende und kletternde Kleinkinder schwungvoll ihren Untersuchungen nachgehen, werden sie durch die schützende Mutter mit unvermeidlichen Einschränkungen konfrontiert. Solche momentanen Frustrationen führen zu zornigen, oft kollerartigen Reaktionen, bei denen das Kind versucht, die Mutter wegzustoßen, um einen Zwischenraum zu schaffen — im wörtlichen wie im symbolischen Sinn. Irgendwann im 2. Lebensjahr erlebt ein Kind das, was Parens (1979 b) den ersten ambivalenten Konflikt nennt. Es ist, als ob das als Leitfigur auftauchende Selbst zwar einen Zustrom von Energetisierung hat, aber eine Zerreißprobe erlebt zwischen dem Wunsch, die frühere Nähe zur Mutter zu erhalten (oder wiederherzustellen), und dem Wunsch, den Explorationsbereich und die Spielkontakte mit Kindern und anderen Erwachsenen auszubauen. Dieser unversöhnliche Gegensatz führt zu etwas, was das Kleinkind möglicherweise als unerklärliche Frustration erlebt.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1991

Authors and Affiliations

  • Joseph D. Lichtenberg
    • 1
  1. 1.BethesdaUSA

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