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Kunst — Heilmittel der Medizin

  • G. H. Ott
Conference paper

Zusammenfassung

Wenn ein Arzt den ganzen Menschen heilen möchte, kann es nicht genügen, den körperlichen Defekt allein zu reparieren. Körper, Geist und Seele fordern vom Arzt ein dreifaches Wissen und eine dreifache Therapie: den Körper zu flicken, den Geist zu befriedigen und die Seele zu erquicken. Bildende Kunst im medizinischen Bereich hatte und hat dabei als Arzneimittel im Rüstzeug des Arztes eine bewährte, in vielen Kulturkreisen aller Zeiten nachweisbare Geschichte. Erst in der naturwissenschaftlich orientierten Medizin ist dieses Wissen, ist dieser Therapieansatz verloren gegangen. Derartige Erfahrungen sind kaum zu vereinbaren mit einem materialistischen Menschenbild und einer allein evolutionär interpretierten Menschwerdung. Dieses vergessene, verdrängte und negierte Kulturgut gilt es neu zu überdenken. Ziel dieses Beitrages ist es, eine „Heilungskraft der Seele“ am Beispiel der Wirkung von Kunstwerken auf Kranke und Leidende zur Diskussion zu stellen. Hoffnung, Barmherzigkeit und Ehrfurcht vor dem Leben sind Urquellen dieser Heilungskraft der Seele. Wenn wir uns zu ihr bekennen, fordert sie ein umfassenderes Menschenbild in unserer Zeit.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1987

Authors and Affiliations

  • G. H. Ott

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