Unterscheidungsmerkmale psychogener und somatogener Schmerzen im Interview

  • A. Radvila
Conference paper

Zusammenfassung

Schmerz ist das häufigste Leitsymptom, das den Patienten zum Arzt führt. Da viele Schmerzbilder psychogen bedingt sind und deshalb andere diagnostische und therapeutische Maßnahmen erfordern als somatogene Schmerzen, ist es wichtig, psychogene Ursachen möglichst frühzeitig und zuverlässig zu erfassen. Damit können unnötige Abklärungen, Behandlungen, insbesondere operative Eingriffe, und die häufig angetroffene Chronifizierung psychogener Schmerzen verhindert werden. Das Erkennen primär somatogener Schmerzen bietet meist wenig Schwierigkeiten, wenn es sich um ein typisches, uniformes Bild handelt, wie z.B. eine Ureterkolik oder einen Pleuraschmerz. Bedeutend schwieriger ist die Diagnosestellung bei Schmerzen, die oft atypisch, mit wechselnder Lokalisation, Intensität und Periodizität auftreten, wie z.B. beim Ulcus pepticum, bei Pankreaserkrankungen, der koronaren Herzkrankheit und vielen anderen. Dazu kommt, daß bei vielen primär somatogen bedingten Krankheiten, wie der Colitis ulcerosa oder der Angina pectoris, psychosoziale Faktoren sowohl bei der Krankheitsentstehung als auch in ihrem Verlauf eine wichtige Rolle spielen.

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Copyright information

© Springer-Verlag, Berlin Heidelberg 1986

Authors and Affiliations

  • A. Radvila

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