Kontaktlinsen und Autofahren

  • Werner D. Bockelmann

Zusammenfassung

Schon auf Leonardo da Vinci (1452–1519), einen der hervorragendsten und vielseitigsten Künstler und Denker der Renaissance, geht der folgende Versuch zurück: um den Zustand nachzuahmen, den man beim Sehen unter Wasser erlebt, legte er im 16.Jahrhundert wassergefüllte Glasschalen auf das Auge. Vielleicht waren diese Glasschalen die ersten Urahnen unserer heutigen Kontaktlinsen. Bis heute ungeklärt bleibt aber, ob er sich der vollen Bedeutung seines Versuches bewußt war. Zumindest entdeckte er das Prinzip der Tränenflüssigkeitslinse. Von Konvex-und Konkavlinsen hat er ebenso wie von Brillenglasschleifmaschinen und sogar Diaprojektoren Konstruktionszeichnungen hergestellt. Die als Beweis für die Entdeckung der Kontaktlinse herangezogene Zeichnung auf Folio 3 Vers 0 des Kodex D von Leonardo da Vinci (Abb. 169), bei der ein Beobachter in eine große wassergefüllte Glaskugel schaut, in welcher eine luftgefüllte zweite Glaskugel befestigt war, diente als Versuchsanordnung, mit der die Frage geklärt werden sollte, warum der Mensch seine Umwelt aufrecht sieht, obwohl das Netzhautbild, der Camera obscura (Roger Bacon 1214–1294) folgend, auf dem Kopfe steht. René Descartes (1596–1650) stellte als nächstes fest, daß die Hornhaut ihre Brechkraft verliert, wenn sie mit Wasser überdeckt wird. Heute wissen wir, daß die Hornhaut ihre optische Brechkraft von etwa 40,0 dpt nur dann entfalten kann, wenn sie außen an Luft und innen an das Wasser der vorderen Augenkammer grenzt. Wird die Hornhaut auch außen von Wasser umspült so wird das Auge um genau diese 40,0 dpt übersichtig. Aus diesem Grunde muß ein Taucher immer eine Tauchbrille oder -maske tragen. Ansonsten kann er nicht einmal mehr die Finger vor den Augen zählen und verlöre völlig die Orientierung (s. a. Kapitel „Sportbrillen“).

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin, Heidelberg 1987

Authors and Affiliations

  • Werner D. Bockelmann
    • 1
  1. 1.Frankfurt a. M. 50Deutschland

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