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Zusammenfassung

Vegetative Funktionsstörungen und Krankheiten des vegetativen Nervensystems haben im Leidensspektrum der Kranken und im praktischen Alltag der Ärzte eine außerordentlich große Bedeutung. Es gibt schlechthin keine Krankheit oder auch nur Unpäßlichkeit, bei der nicht vegetative Regulations- oder Innervationsstörungen eine Rolle spielen. Die Palette reicht vom leichten Spannungskopfschmerz bis zum Zusammenbruch lebensnotwendiger Funktionen. Gleichwohl wird „Vegetatives“ in den Lehrbüchern der Neurologie, der Inneren Medizin oder der anderen Fachgebiete zuweilen noch immer wie ein lästiger Appendix nur mit wenigen Zeilen oder Seiten bedacht oder ratlos verschwiegen. Das Feld wird dann von den „Außenseitern“ beackert und auch vermarktet und so in Mißkredit gebracht. Die praktizierenden Ärzte und Kliniker sind mit der Fülle der vegetativen Symptome, die sie täglich beobachten, alleingelassen, weil sie auf der Universität nichts oder nur Spärliches davon gehört haben. Sie behelfen sich mit dem nichtssagenden Begriff der „Vegetativen Dystonie“ und therapieren symptomatisch. Die wissenschaftlich orientierten Kliniker scheuen das „Vegetativum“, weil es verschwommen oder sogar unseriös erscheint oder sie befassen sich ernsthaft nur mit den Details von lokalen Organstörungen ohne den neurologisch-systemischen Gesamtzusammenhang zu berücksichtigen, wie z.B. beim Herzinfarkt oder beim Magengeschwür.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin, Heidelberg 1985

Authors and Affiliations

  • Roland Schiffter
    • 1
  1. 1.Abteilung für NeurologieKrankenhaus Am UrbanBerlin 61Deutschland

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