Advertisement

Unterbewertung und Überbewertung neurogener Symptome

Chapter
  • 10 Downloads

Zusammenfassung

Wesenswandlung, Minderung des Eigenantriebes, Veränderung des Allgemeinbefindens, Nachlassen bestimmter Leistungen (Merken, Wortfindung, Schreib-Rechenfehler), hyperästhetisch-emotionelle Schwäche, „vegetative Dystönie“, „Erschöpfung“, Kopfschmerz, Schlafstörungen, Anfall sind feine, oft leichtfertig weginterpretierte, und frühe Symptome cerebraler Schäden zu einer Zeit, in der körperliche Symptome noch nicht aufdringlich werden. In solchen Fällen wird die neurologische Untersuchung vernachlässigt, man begnügt sich mit einem Status: o. B. und stellt die allgemeine Diagnose: vegetative Labilität, psychische und vegetative Erschöpfung, vitale Depression, abnorme Reaktion. In diesen Fällen müßte, in wiederholten Ansätzen, sowohl durch die Exploration als auch durch die körperliche Untersuchung, das neurogene Feinsymptom gesucht werden, unter den verschiedenen Bedingungen, die sich aus der Exploration heraus anbieten, d. h. in Ruhe, im Schlaf, nach Anstrengung, nach Erregung, in hora minoris resistentiae. Das Feinsymptom kann dann schlagartig die Situation erhellen: halbseitige Dysdia-dochokinese, Herabsetzung der Mitbewegungen, mimische Facialis schwäche, Ermüdbarkeit der Bauchhautreflexe, Blickschwäche.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin · Heidelberg 1969

Authors and Affiliations

  1. 1.Neurologischen Universitäts-Klinik und -PoliklinikHamburg 20Deutschland

Personalised recommendations