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Zusammenfassung

Es soll auf eine Sonderform der Myasthenie hingewiesen werden, auf die Kestenbaum erstmals aufmerksam machte und die von ihm auf Grund der Besonderheiten der Symptomatik und des Verlaufs in Gegenüberstellung zur Myasthenia gravis als Myasthenia lenis beschrieben wurde. Als Charakteristicum dieser Spielart der Myasthenie ist das Manifestationsalter nach dem 50. Lebensjahr und der selektive Befall isolierter einzelner Augenmuskeln hervorzuheben, wobei die typischen zeitlichen Schwankungen des Grades der Ausprägung der Augenmuskellähmungen fehlen. Zur Illustration sei diese Verlaufsform an einem eigenen Fall dargestellt: Es handelt sich um einen 62jährigen Patienten, bei dem im Anschluß an einen fieberhaften Infekt über Nacht Doppelbilder auftraten. Sonstige Beschwerden bestanden nicht. Bei der neurologischen Untersuchung fanden sich lediglich neuroophthalmologische Ausfälle im Sinne einer Parese des m. levator palpebrae, des rectus inferior und internus rechts sowie des m. rectus externus und superior links. Auffällige tageszeitliche Schwankungen der Intensität der Lähmungen konnten nie beobachtet werden. Diagnostisch richtungsweisend war erst der Tensilon-Test, der zu einer vorübergehenden völligen Wiederherstellung der Bulbusbeweglichkeit führte. Vorzeitige myasthenische Ermüdungserscheinungen der Skeletmuskeln konnten weder durch Belastungsproben noch durch Elektrostimulation hervorgerufen werden. Die Röntgenaufnahmen des Thorax ergaben keinen Hinweis auf eine Thymushyperplasie.

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Copyright information

© Springer-Verlag, Berlin · Heidelberg 1966

Authors and Affiliations

  • Erich Kuhn

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