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Das Wasser im Betrieb von ortsfesten Dampfkesselanlagen

  • A. Splittgerber
  • E. A. Ulrich

Zusammenfassung

K. Hofer [593] und R. Stumper [1624, 1640] unterteilen den ganzen bis 1941 zurückgelegten Zeitraum in mehrere Hauptabschnitte mit folgenden Kennzeichen :
  1. 1

    Abschnitt: Die chemische Enthärtung des Wassers einschließlich der Nachbehandlung mit Trinatriumphosphat ermöglichte in jedem Falle eine derartige Enthärtung des Kessel-speisezusatzwassers und eine solche Behandlung des Kesselwassers, daß ein Steinansatz im Kessel unter alien Umständen unterbleibt; auch die Anwesenheit von Kieselsäure im Zusatz-wasser bereitet im Hinblick auf eine mögliche Steinbildung keine Schwierigkeiten mehr.

     
  2. 2

    Abschnitt: Der durch eine weitgehende Enthärtung erzielte Erfolg der vollkommenen Steinfreiheit im Kessel macht nunmehr die vollkommene Entgasung, insbesondere die restlose Entfernung des im Speisewasser gelösten Sauerstoffes notwendig, damit Korrosionen der wasser- oder dampfberübrten Anlageteile des Kraftwerkes vermieden werden. Diese rest-lose Entgasung des Kesselspeisewassers ist selbstverständlich geworden.

     
  3. 3

    Abschnitt : Der Meisterung der Aufgabe, das den Betrieb storende Wassermitreißen, Schäumen und Spucken möglichst weitgehend auszuschalten, mußte eine längere Studien-zeit vorausgehen, bis man erkannte, daß in fast alien Fällen nicht eine einzige Ursache das unruhige Sieden des Kesselwassers bewirkte, sondern daß vielmehr die Bauweise der Kessel, insbesondere zu kleine Trommeln [1104, 1416, 1417], die Betriebsverhältnisse und die Beschaf-fenheit des Wassers zusammenwirken. Wasserseitig sind die Voraussetzungen für das Schäumen und Spucken dann gegeben, wenn das Kesselwasser höhere Alkalität hat und gleichzeitig neben viel Salz1 noch kolloidal verteilte Bestandteile mineralischer oder organischer Herkunft enthält (S. 34). Mit diesen Fortschritten war die Sicherheit gegeben, jedes Rohwasser durch geeignete Auswahl des Aufbereitungs-Verfahrens, unter Umständen durch eine Vereinigung verschie-dener Verfahren, ausreichend zu enthärten (Resthärte unter 0,05°dH), durch vollkommene Entgasung (unter 0,03 mg/1 Sauerstoff) bei Aufhebung jeder Steinbildung die Korrosions-gefahr zu meistern und einen genügend reinen Dampf zu erzielen.

     
  4. 4

    Abschnitt: Vollkommen reiner Dampf kann aber theoretisch niemals erzeugt werden, auch wenn Schäumen und Spucken nicht mehr beobachtet wird. Vielmehr verursacht auch ein nur minimaler Salzgehalt des Dampfes eine manchmal erhebliche Begrenzung der Tur-binen-Laufzeit (vgl. Turbinenverkrustung S. 67). Die Forderung nach Klärung dieser Erscheinung wurde mit dem etwa seit 1935 einsetzenden Streben nach immer höherer Leistung bei höchstem Kesseldruck auch immer dringender und gab den Anlaß zur grundsätzlichen Bear-beitung dieser Frage in zahlreichen Forschungsarbeiten (S. 43). Dabei hat sich ganz zweifellos im Zuge der letzten Entwicklung eine gewisse Begrenzung von Kieselsäuregehalt und Alkali-tatszahl als notwendig erwiesen, während bei niedriger Alkalitätszahl Neutralsalze eines Wassers auch im Hochdruckkesselbetrieb nicht unbedingt stören.

     

Copyright information

© Springer-Verlag OHG., Berlin/Göttingen/Heidelberg 1963

Authors and Affiliations

  • A. Splittgerber
  • E. A. Ulrich
    • 1
  1. 1.Technischer Überwachungsverein Bayern e. V.Deutschland

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