Die Beurteilung der durch Rechnung ermittelten Spannungsverteilung

  • Kurt Löffler

Zusammenfassung

Da die Spannungen in einer Scheibe oder in einer Schale verschiedene Richtungen haben, und auch verschiedener Natur sind (Zug-, Biege- oder Schubspannungen), so muß zur Beurteilung der Festigkeit die Vergleichsspannung nach einer der bekannten Festigkeitshypothesen herangezogen werden. Dabei tritt die Frage auf, welche Hypothese für unsere Probleme überhaupt brauchbar ist. Diese Hypothesen gehen davon aus, daß eine durch die Spannungen gegebene Größe, z. B. die Normalspannung, die Schubspannung oder die Gestaltänderungsarbeit, einen Grenzwert nicht überschreiten darf. Würde an irgendeinem Punkt der Scheibe oder der Schale dieser Wert überschritten, so müßte der Bruch eintreten. Dies trifft aber insbesondere dann nicht zu, wenn der Körper aus einem dehnbaren Werkstoff hergestellt ist. In Abschn. A. IX (S. 114ff.) wurde auf Versuche mit rotierenden Scheiben hingewiesen, die ergeben haben, daß die Bruchdrehzahl viel höher liegt, als es der errechneten Höchst-Spannung entspricht. Diese Tatsache rührt daher, daß bei Erreichen der Fließgrenze die betreffende Stelle entlastet wird, wenn ihre Umgebung kleineren Beanspruchungen ausgesetzt ist. Dies gilt insbesondere für Scheiben mit Mittelbohrung, die nach jeder Bruchhypothese viel früher brechen müßten als sie es tatsächlich tun.

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Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag OHG., Berlin/Göttingen/Heidelberg 1961

Authors and Affiliations

  • Kurt Löffler
    • 1
  1. 1.Abteilung TriebwerksdynamikDaimler-Benz A.G StuttgartDeutschland

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