Einige Worte zur Warnung über Hrn. Dr. Oken’s Versammlung der Naturforscher und Aerzte Deutschlands zu Leipzig

  • Max Pfannenstiel

Zusammenfassung

Bekanntlich hatte Hr. Dr. Oken, ehemaliger Professor zu Jena, in der Isis 1821 den Einfall, die Naturforscher und Aerzte Deutschlands zu einer allgemeinen Versammlung nach Leipzig zu laden. Er kündete im Julius-Hefte dieses Jahrs auf dem Umschlage die Mitte Septembers als Termin an, bis zu welchem man sich längstens zu Leipzig einfinden müßte, und versicherte der ganzen deutschen Welt die Ankunft der HH. Bojanus, Forriep, Goeden, Goldfuß, Nees v. Esenbeck, Reichenbach, Grafen v. Sternberg, Wenderoth, Wilbrand und mehrerer anderer würdiger und verdienter Männer um diese Zeit zu Leipzig. Um diese Männer, zugleich mit den berühmten Naturforschern und Aerzten Leipzigs und des benachbarten Halle kennen zu lernen, verließen wir wenige Tage nach dem Empfang des Julius-Heftes der Isis, welches in mehreren Gegenden erst gegen Ende Augusts ankam, am 6, 7 und 8 Sept. unsere Wohnorte, Tag und Nacht mit Extrapost forteilend, um ja, wie es im Julius-Hefte der Isis bestimmt wurde, bis Mitte Septembers sicher in Leipzig einzutreffen. Wir kamen am 12 und 17 Sept. daselbst an, fragten um die Versammlung der Naturforscher und Aerzte Deutschlands, und erhielten zur Auskunft die Antwort: daß Hr. Dr. Oken statt nach Leipzig nach Paris gereist wäre, und die Versammlung bis auf den September des nächsten Jahres verschoben habe. Wir glaubten, daß unsere Freunde, bei welchen wir uns erkundigten, uns zum Besten haben wollten, sahen aber gar bald zu unserem Erstaunen, daß aus dem Spasse Ernst wurde, indem man uns das August-Heft der Isis vorhielt, in welchem Hr. Oken auf dem Umschlage verkündet:

„Die erste Versammlung hat im September des folgenden Jahres statt.“

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© Springer-Verlag oHG. Berlin · Göttingen · Heidelberg 1958

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  • Max Pfannenstiel

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