Der erste Zeitungsbericht über die erste Versammlung in Leipzig 1822

  • Max Pfannenstiel

Zusammenfassung

Der wieder in Jena lebende und wirkende Hofrath Dr. Oken hat in den neuesten Stücken seiner, noch immer mit Beifall fortgesezten, die Naturwissenschaft vielfach fördernden Isis bereits Bericht abgestattet von dem Ende Septembers hier zum erstenmal zusammengekommenen Verein deutscher Naturforscher und Aerzte, welcher sich drei Tage hintereinander im Lokal der schon früher vom Könige bestätigten Gesellschaft der deutschen Naturforscher und Aerzte in Leipzig, zu Vorlesungen und gegenseitigen Besprechungen einfindet und, wenn nur erst der liberale Zweck desselben vollkommen anerkannt seyn wird, schon dadurch schöne Früchte zu tragen verspricht, daß sich Naturforscher aus allen Gegenden unsers deutschen Gesamtvaterlandes durch persönliche Bekanntschaft lieb gewinnen, und wo die spizen Federn oft verwundeten, durch mildes Wort sich vergleichen und einen. Es findet nicht Wahl der Mitglieder noch Geldbeitrag oder Sammlung anderer Art statt. Jeder Schriftsteller im naturhistorischen und ärztlichen Fache wird, wenn er sich einfindet, als Mitglied betrachtet, Stimmrecht haben nur die Anwesenden. Der Versammlungsort wechselt, und wird das nächstemal wohl in Halle statt finden. Für diesmal war der verdiente Botaniker und Naturforscher, Professor Schwägrichen, ihr Geschäftsführer, Dr. Kunze Sekretär. Es waren ausser Oken zwei treffliche Naturforscher aus Dresden, Reichenbach und Carus, Formey aus Berlin, Froriep aus Weimar anwesend. Ganz unerwartet aber höchst willkommen trat auch der Veteran Blumenbach auf seiner Reise nach Dresden in die Mitte dieser Versammlung. In den ersten fünf Versammlungen darf nichts an den Statuten verändert werden.

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© Springer-Verlag oHG. Berlin · Göttingen · Heidelberg 1958

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  • Max Pfannenstiel

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