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Mikroskopische Morphologie

nebst einem Abriß des Baues der wichtigsten Faserpflanzen
  • O. Härtel

Zusammenfassung

Als Robert Hooke1 1667 dünne Schnitte des Flaschenkorkes mit seinem noch sehr primitiven Mikroskop untersuchte, fand er diesen aus lauter kleinen Kämmerchen aufgebaut, die er “cells” nannte. Es hat sich in der Folgezeit durchwegs bestätigt, daß alle Pflanzen (wie überhaupt alle Lebewesen) zur Gänze aus solchen „Kämmerchen“, also aus Elementarbausteinen aufgebaut sind (Mohl2, Schleiden3), allein es erwies sich nicht deren Wandung, die Hooke sah, als das wesentliche, sondern ihr Inhalt, der mit der Verbesserung der optischen Hilfsmittel immer eingehender untersucht und genauer bekannt wurde. Obwohl Hooke den Begriff cellulae an totem, inhaltsleerem Gewebe geprägt hatte, wurde trotzdem an der Bezeichnung „Zelle“ für die Elementarbausteine festgehalten. Dabei ist es nicht einmal unbedingtes Erfordernis, daß die Zelle von einer Wand umgeben ist; manche pflanzliche Organismen sowie bestimmte, der Fortpflanzung dienende Zellen besitzen gleich der tierischen Zelle überhaupt keine derartige Hülle. Wenn wir aber unser Hauptaugenmerk auf die technisch genutzten pflanzlichen Fasern richten, so rückt die Zellwand wieder in den Mittelpunkt der Betrachtungen. Sie ist das Bauelement, das der Zelle, der Faser, Form, Festigkeit und viele ihrer charakteristischen Eigenschaften verleiht. Auch stellen die technisch genutzten Fasern ja durchweg tote und meist auch inhaltsleere Zellen dar; hervorgegangen sind sie aber immer aus lebenden Zellen und ihre Wandungen sind stets ein Produkt des lebenden Zellinhaltes. Schließlich ist für ihre Form auch das Gewebe der Pflanze, in dem die Fasern entstanden sind und in dem sie ihre Funktion hatten, von entscheidendem Einfluß. Wenn wir daher die Morphologie der Zellwände, insbesondere der Faserzellen verstehen wollen, müssen wir von den lebenden Zellen und vom Bau der Pflanze ausgehen.

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© Springer-Verlag oHG. Berlin · Göttingen · Heidelberg 1957

Authors and Affiliations

  • O. Härtel

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