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Die Strafe II pp 289-364 | Cite as

Die soziale Dynamik der Gefangenschaft

  • Hans von Hentig
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Zusammenfassung

Die Gefängnisgemeinschaft unterscheidet sich in vielfacher Hinsicht von allen anderen sozialen Organisationen, die wir im Kampf ums Dasein ausgebildet haben. Wir sind gewohnt, daß der Staat die feindseligen Tendenzen und Reaktionen abschwächt und niederhält, sie aber in bewaffneter Macht und Propaganda für Notfälle des nationalen Existenzkampfes bereit hält. Im Gefängnis begegnen wir der einzigen, soziologischen Gruppe, die sich ausschließlich aus Vertretern physischen Zwanges und Gewaltunterworfenen zusammensetzt und die in einer eigenartigen Gesellschaftsform zusammengefaßt ist. Es reicht nicht aus, die Regeln aufzuzählen, die für diese künstliche Daseinsform aufgestellt sind. Denn das Gefängnisleben besteht aus Oberfläche und verdunkelten oder unsichtbaren Partien, die alle den Vorschriften widerstreiten, ja wie der Schwarzmarkt und der Schmuggel oder das Verbot des Alkoholgenusses ihre innerste Kraft aus der Strenge der Verbote ziehen. Wenn es eine Unterwelt gibt, so lebt sie in der Strafanstalt.

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Notes

  1. 2.
    Salomon, Ernst v.: Die Geächteten, S. 361. Berlin 1935.Google Scholar
  2. 1.
    Benney, Mark: Low company, S. 240ff. London 1937.Google Scholar
  3. 10.
    Stanley, Leo: Men at their worst, S. 24. New York 1940.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag OHG. in Berlin, Göttingen and Heidelberg 1955

Authors and Affiliations

  • Hans von Hentig
    • 1
  1. 1.Universität BonnDeutschland

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