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Die Strafe II pp 183-200 | Cite as

Die Phase der Experimente

  • Hans von Hentig
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Zusammenfassung

Die religiösen Unruhen, die langen Kriege und zerstörenden Kriegszüge des 17. Jahrhunderts, die Verwüstung des Landes und die Ausdehnung des Urbanismus, die Krise der feudalen Lebensformen und der landwirtschaftlichen Produktion hatten um die Wende des 17. und des 18. Jahrhunderts das Verbrechen gewaltig anschwellen lassen. Dazu kam die Aufhebung der Klöster, das Zerbröckeln der Zünfte und der weitverbreitete Zweifel an jeder Art der Autorität. Die Sicherheit war abhanden gekommen, mit der eine geistig geschlossene Welt gegen Ungläubige, Ketzer und Rebellen vorgegangen war. Man hatte mit Heeren von Landstreichern und Bettlern zu tun. Ihre Herkunft ließ sich verfolgen: sie kamen aus verbrannten Dörfern und geplünderten Städten, waren Opfer ihres Glaubens, die man auf die Straßen Europas geworfen hatte. Man mußte sich gegen diese soziale Last oder Gefahr wehren, konnte aber nicht umhin, religiöse oder nationale Sympathie in einer Zeit zu empfinden, in der fremde Heere jeden anderen Schrecken in den Schatten gestellt hatten. Diese Legionen kleiner Krimineller irrten in Rudeln durch das Land und schlichen sich heimlich in die großen Städte. Sie wurden in regelmäßigen Säuberungsaktionen ausgetrieben, ausgepeitscht, gebrandmarkt, der Ohren beraubt. Da sie irgendwo bleiben mußten, zogen sie von einer Stadt zur andern.

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Notes

  1. 1.
    Wood, A. E., und J. B. Waite: Crime and its treatment, S. 504. New York 1941.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag OHG. in Berlin, Göttingen and Heidelberg 1955

Authors and Affiliations

  • Hans von Hentig
    • 1
  1. 1.Universität BonnDeutschland

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