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Rheuma und Psychose

  • Lambert van der Horst

Zusammenfassung

Ein ursächlicher Verband zwischen Rheuma und Psychose wurde in der 2. Hälfte des vorigen Jahrhunderts allgemein angenommen. Brain-rheumatism, Encephalitis rheumatica, folie ou manie rhumatismale waren die Diagnosen, die in dieser Zeit von den Großen in Psychiatrie und Neurologie gestellt wurden. Die Älteren unter uns haben die Verbindung von Geisteskrankheit und Rheumatismus als eine Gleichung mit 2 Unbekannten gesehen, mit der sie nicht arbeiten konnten. Trotz der Verfechter dieser Lehre, die bei dem Auftreten von atypischen Psychosen gerne auf die Möglichkeit eines überstandenen fieberhaften Gelenkrheumatismus hinwiesen, haben wir alle dem nicht mehr Bedeutung geschenkt, als im allgemeinen bei symptomatischen Psychosen dem körperlichen Leiden beigemessen wurde. Hier ist in den letzten Jahren eine Veränderung eingetreten. Die spezifische Bedeutung des Rheuma für die Entstehung von Geisteskrankheiten hat von neuem das Interesse geweckt. Dies braucht uns nicht zu verwundern, wenn wir bedenken, daß ärztliche Koryphäen als Sydenham, Boerhaave und van Swieten mit ihrem genialen klinischen Blick bereits im 17. und 18. Jahrhundert die Psychose als eine ernste Komplikation von Gelenkrheumatismus betrachtet haben. Im 19. Jahrhundert versuchten dann Forscher wie Griesinger, Mesmet und Delieux, Legrand du Saulle, Baillarger und Trousseau diesem Zusammenhang, wenn möglich auf anatomischer Basis, Inhalt zu geben.

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Copyright information

© Springer-Verlag OHG., Berlin, Göttingen and Heidelberg 1949

Authors and Affiliations

  • Lambert van der Horst
    • 1
  1. 1.Psychiatr. en Neurol. Univers.-KlinAmsterdamThe Netherlands

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