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Zusammenfassung

Die Erblichkeitslehre unterscheidet für das Einzelindividuum zwischen Genotypus und Phänotypus (Johannsen). Unter Genotypus (Erbbild) versteht man eine Einheit von Erbanlagen (Genen), welche aus der Verschmelzung des mütterlichen und väterlichen Erbgutes bei der Befruchtung hervorgeht. Die Erbanlagen sind letzten Endes chemische oder energetische Eigentümlichkeiten der Keimzellen. Sie sind nicht Eigenschaften, die bereits mit der Befruchtung ganz bestimmt und unabänderlich festgelegt sind und die sich dann bei der Entwicklung des Individuums aus der befruchteten Eizelle nur in genau festgelegten Reaktionsabläufen bilden könnten, sondern sie stellen zahlreiche und vielfach sehr weitbegrenzte Entwicklungs- und Anpassungsmöglichkeiten dar. Das Wesen der Vererbung besteht in der Weitergabe solcher Möglichkeiten von Generation zu Generation. Welche der ererbten Möglichkeiten jeweils in einem individuellen Leben verwirklicht werden, hängt von der Lebenslage der Genotypen ab.

Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1932

Authors and Affiliations

  • K. Saller
    • 1
  1. 1.Universität GöttingenDeutschland

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