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Befunde an der normalen Linse

  • Alfred Vort
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Zusammenfassung

Dreistrahlige Vordernaht schwarz ausgezogen, Hinternaht schwarz gestrichelt. Ein vorderer und ein hinterer Nahtstrahl bilden zusammen je einen Winkel von 60°. Die Fasern sind rot gezeichnet, die vorderen ausgezogen, die hinteren gestrichelt. Alle Fasern sind gleich lang. Eine Faser, die vom hinteren Nahtende E h ausgeht, endet im vorderen Nahtzentrum C. Eine Faser, die von der vorderen Nahtmitte M v ausgeht, endet in der hinteren Nahtmitte M h. Eine Faser, die vom vorderen äußeren Drittel N v einer Naht ausgeht, endet im hinteren inneren Drittel N h usw.

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Notes

Literatur

  1. *.
    Bei Tieren mit kleinerem Krümmungsradius der Vorderfläche ist der Bezirk entsprechend kleiner, vgl. Abb. 696. Durch Pilocarpin-Eserin konnte ich Verkleinerung des Chagrinfeldes erzielen (am besten zu beobachten bei Iriskolobom). So ist es bei der 58jährigen Frau Berta Ammann, die ich vor 4 Jahren beiderseits wegen Glaukoma acutum operierte (Fall der Abb. 1198 – 1203) und die unter Pilocarpin-Eserin steht, kaum größer als das eines Kaninchens (Entspannung der Zonula durch Krampf des Akkommodationsmuskels, Zunahme der Krümmung der Vorderfläche). Bei nicht Iridektomierten gestalten sich solche Beobachtungen schwieriger. Trotz Atropin stark verkleinert sah ich am 25. 7. 25 das Chagrinfeld bei der 16jährigen Frl. Wismer, mit Hypotonie und Eeizung nach frischer Perforation der Sklera durch einen Kupfersplitter (Fall der Abb. 1253).Google Scholar
  2. **.
    Vgl. auch Vogt: Klin. Mbl. Augenheük. 61, 102 (1918).Google Scholar
  3. ***.
    Besonders bei Nitra- und Bogenlicht vermochte ich manchmal das oberflächliche Nahtfasersystem auch außerhalb des chagrinierten Bezirkes zu sehen.Google Scholar
  4. *.
    Zum Teil ist sie astigmatische Verziehung (Astigmatismus schiefer Büschel).Google Scholar
  5. *.
    Gullstrand, A.: Einführung in die Methoden der Dioptrik des Auges des Menschen, 1911, S. 91. Gullstrand sah innerhalb der Linse eine vordere und hintere Diskontinuitäts-flache, auf die er die Hessschen Kernbildchen bezog. Nach seiner Beschreibung entspricht jedoch das hintere der beiden von ihm beobachteten Maxima nicht, wie er meint, der zur vorderen homologen hinteren (Alterskern-)Fläche (N’ in Abb. 710), sondern der von mir beschriebenen, stets besonders lichtstarken hinteren inneren Embryonalkernfläche (E1 in Abb. 710). Denn Gullstrand sagt: „Der Abstand dieses zweiten Maximums von der hinteren Linsenfläche ist scheinbar das Doppelte oder Dreifache des Abstandes des ersten Maximums von der vorderen“. Heute ist ferner wahrscheinlich, daß auch das hintere der Hessschen Kernbildchen zur Hauptsache der hinteren Embryonalkernfläche, von der Hess noch nichts wußte, die Entstehung verdankt. Denn diese ist meistens von allen hinteren Diskontinuitätszonen die lichtstärkste. Die Verwechslung mußte bei Gullstrand dadurch entstehen, daß ihm das Prinzip der Büschelverschmälerung und die Kombination der Spaltlampe mit dem Mikroskop noch nicht bekannt waren. C. v. Hess hatte die Diskontinuitätszonen als solche überhaupt noch nicht gesehen.Google Scholar
  6. **.
    Siehe auch Gebhard Meyer: Dissertation Basel 1920.Google Scholar
  7. ***.
    Müller, L.: Klin. Mbl. Augenheilk. 32, 178 (1894).Google Scholar
  8. †.
    Demicheri-Tscherning: Annales d’Ocul. 113, 93 (1895).Google Scholar
  9. ††.
    Die Form ist bei allen Individuen eine annähernd übereinstimmende. Eine pathologische Wölbung der hinteren zentralen Embryonalkernfläche ist in Abb. 1150 wiedergegeben.Google Scholar
  10. *.
    Freytag pflegte die Linsenproben mit einem Löffelchen zu entnehmen. Da nun, wie unsere Spaltlampenuntersuchungen ergaben, die Diskontinuitätszonen der äußeren Linsen -schichten axial wesentlich näher beieinander liegen als äquatorial, so folgt, daß mit der Frey-Tagschen Methode axial und äquatorial nicht gleichwertiges Material geholt werden konnte. Am Pol mußten tiefere Zonen mitkommen als am Äquator. Es geht also aus den Freytagsohen Untersuchungen nicht hervor, daß ein und dieselbe Zone axial und äquatorial einen verschiedenen Index aufweist. Es ist daher die Annahme Mathiessens, daß die oberflächlichste Schicht der Linse an allen Stellen gleichbrechend sei, noch nicht, wie Freytag annimmt, widerlegt (Freytag l.c. S. 43), und es sind auch die anderen Deduktionen Freytags unter den hier gegebenen neuen Gesichtspunkten zu beurteilen.Google Scholar
  11. **.
    Vogt: Atlas der Spaltlampenmikroskopie, 1921, Abb. 100b.Google Scholar
  12. *.
    Bei derartigen Beobachtungen stellte ich wiederholt fest, daß (irregulärer) Hornhautastigmatismus Yerbiegungen der Diskontinuitätszonen vortäuscht (vgl. Abb. 1119).Google Scholar
  13. **.
    Wie Abb. 715 e zeigt, schiebt sich in den äquatorialen Teil der Alterskernzone das (luzide) zentrale Intervall J ein, ein häufiger Befund. Es entsteht dadurch eine Art Spaltung Sp—N = Alterskernzone (vgl. ferner S. 345).Google Scholar
  14. *.
    Nach den vorliegenden Indexmessungen ist der Index im Kernzentrum am größten und nimmt kapselwärts ab (vgl. z. B. Freytag 1. c). Daraus, daß die hintere embryonale Diskontinuitätszone stets wesentlich lebhafter reflektiert, als die vordere (Verf. Atlas der Spaltlampenmikroskopie 1921, Abb. 125), darf wohl geschlossen werden, daß die Indexänderung im homologen vorderen und hinteren Embryonalkerngebiet Iceine identische ist. Google Scholar
  15. **.
    Diese Annahme, daß jede Diskontinuitätszone in ihrer ganzen Ausdehnung einmal sub-kapsulär lag, also die Oberfläche der Linse bildete, erscheint durch die weiter unten mitzuteilenden Beobachtungen über Verlagerung traumatischer Trübungen nach der Tiefe wenigstens für die oberflächlicheren Zonen hinreichend erwiesen. Wir sehen, daß diese trüben Zonen sich in bezug auf ihren Verlauf wie Diskontinuitätszonen verhalten, bzw. mit solchen zusammenfallen.Google Scholar
  16. *.
    Soweit vorläufige Untersuchungen ergeben, ändert das Mydriaticum an den Dickenverhältnissen axial nichts, was im Hinblick darauf, daß der Untersuchte nicht akkommodiert, verständlich ist. Unsere Versuche, die Zunahme der Linsendicke bei der Akkommodation zu ermitteln, scheiterten übrigens bisher an der Schwierigkeit des beweglichen Objekts.Google Scholar
  17. *.
    Freytag, Gustav: Die Brechungsindices der Linse und der flüssigen Augenmedien des Menschen und höherer Tiere in verschiedenen Lebensaltern in vergleichenden Untersuchungen. Habilitationsschrift. Wiesbaden: J. F. Bergmann 1907, S. 58.Google Scholar
  18. *.
    Linse eines menschlichen ausgetragenen Fetus.Google Scholar
  19. **.
    Abb. 717a Linse eines 30jährigen Mannes, Abb. 717b Linse einer 72jährigen Frau.Google Scholar
  20. ***.
    Nach Groldmanns Annahme (Graefes Arch. 122, 198) sollen die Diskontinuitätszonen Folgen von Wachstumshemmungen, bedingt z.B. durch Schädigungen, darstellen. Nach meinen früheren und neueren Beobachtungen können durch Schädigungen verschiedener Art (Trauma, Ultrarot) zwar konzentrische Schichttrübungen entstehen, die sich ihrem Verlauf nach ganz wie Diskontinuitätszonen verhalten, mangels eines optischen Beweises jedoch nicht mit letzteren identifiziert werden können.Google Scholar
  21. *.
    Der Nachweis dieser Fläche gelingt am leichtesten, wenn wir uns in der Hauptausfalls-richtung des von der Zone reflektierten Lichtes befinden (Spiegelbezirk).Google Scholar
  22. **.
    Ich fixierte die frischen Leichenbulbi mit Sublimatplatinchlorid, Paraffinschnittmethode nach Rabl.Google Scholar
  23. *.
    Wildi, G.: Graefes Arch. 114, 101 u. Dissertation Zürich 1924.Google Scholar
  24. *.
    Vogt, A.: Atlas der Spaltlampenmikroskopie 1921, ferner A. Vogt: Weitere Ergebnisse der Spaltlampenmikroskopie usw. G-raefes Arch. III. —IV. Mitt., 107 – 109 (1922).Google Scholar
  25. **.
    Über die Entwicklung der Naht beim Schwein vgl. Rabl54).Google Scholar
  26. ***.
    Hess, C. v.: Pathologie des Linsensystems 1905 u. 1911, S. 3.Google Scholar
  27. †.
    Babuchin: Stricklers Handbuch der Lehre von den Geweben, 1871, S. 1085. Schon A. Koelliker (Mikroskopische Anatomie des Menschen 1852) spricht von „Strahlen“und „Linsensternen“. Er läßt die Nähte vorsichtigerweise axial nicht in einem Punkt zusammentreten, sondern sich in einem Komplex von Trübungen verlieren, den postmortal ausgetretenen Myelinkugeln.Google Scholar
  28. *.
    Vogt, A.: Ein embryonaler Kern der menschlichen Linse. Korresp.bl. Schweiz. Ärzte 1917, Nr 40. — Der Embryonalkern der menschlichen Linse und seine Beziehungen zum Alterskern. Klin. Mbl. Augenheilk. 59, 452 (1917), ferner Ber. Heidelberg 1918.Google Scholar
  29. **.
    Die „Nahtflächen“, die später wieder in Vergessenheit gerieten, kannten schon Bowman (Central planes) und Koelliker (Mikroskopische Anatomie 1854, S. 706).Google Scholar
  30. ***.
    Auch beim Menschen ist, wie bei den übrigen Säugern, vorn der vertikale, hinten der horizontale Hauptast der primäre, was sich auch darin kund gibt, daß er sich als erster verzweigt.Google Scholar
  31. Der menschliche Fetus scheint ein Stadium durchzumachen (Ende des 2. Monats), in dem, wie beim Kaninchen, lediglich eine hintere horizontale und eine vordere vertikale Nahtlinie vorhanden sind. Wenigstens scheint dies ein Befund von Bach (im Atlas Bach und Seefelder) darzutun.Google Scholar
  32. *.
    Einzig bei Koelliker finde ich die Notiz (Mikroskopische Anatomie des Auges, Bd. 2, S. 710. 1852): „Allein an den Endigungen finde ich die Fasern fast ohne Ausnahme verbreitert, was auch gar nicht anders sein kann, wenn man bedenkt, wie zahlreich und lang die Strahlen der Linsensterne sind, an welche die Fasern sich ansetzen.“Die Beobachtung geschah an Zupf-präparaten. Umgekehrt hatte Babuchin (1. c.) bei niedrigen Säugern bereits die oben abgebildete Verschmälerung der Fasern nach der Naht hin gesehen (Abb. 718 a und b).Google Scholar
  33. *.
    Daß die Faserkerne für die Abplattung der Linse im Alter verantwortlich seien, wie ein Autor meint, kann schon deshalb nicht zutreffen, weil sich in der Tierreihe die Kerne ja auch in nicht abgeplatteten Linsen finden.Google Scholar
  34. *.
    Der phylogenetisch älteste Ast der Vordernaht.Google Scholar
  35. *.
    In seltenen Fällen sah ich Choiesterinkrystalle über das Relief verstreut. In wieder anderen Fällen hatte die Opazität des Beliefs derart zugenommen, daß von einer beginnenden Trübung gesprochen werden konnte. Vereinzelt bekam ich den Eindruck, daß eine schwere Bulbuserkrankung ein kräftiges Relief vorzeitig provoziert So zeigte die 42jährige Berta Tho., die seit ihrem 15. Jahr an chronischer Iridocyclitis litt, ein für ihr Alter ungewöhnlich stark ausgeprägtes Relief, das in Zerklüftung begriffen war. (Über Provokation von senilen Veränderungen durch exogene Einflüsse s. S. 328.)Google Scholar
  36. **.
    Es sind diese Unterscheidungsmerkmale C. v. Hess nicht bekannt gewesen, als er die Reliefbildung 1918 (Arch. Augenheilk. 83, 41) als beginnenden Altersstar bezeichnete.Google Scholar
  37. *.
    Derartigen Buckeln pflegen im regredienten Licht sichtbare Vakuolenbildungen zugrunde zu liegen.Google Scholar
  38. *.
    Vogt: Die Ophthalmoskopie im rotfreien Licht. Handbuch Graefe-Saemisch 3. Aufl. 1924.Google Scholar
  39. **.
    Bücklers 371): Bericht Heidelberger Tagung 1930, S. 234.Google Scholar
  40. *.
    Diese lebensfrischen Feten, wie auch die Feten der Abb. 781 – 782, verdanke ich der Liebenswürdigkeit der Herren Privatdozenten Dr. Paul Hüssy (Basel) und Dr. Eugen Frey (Zürich).Google Scholar
  41. *.
    Nach Injektion der Carotis eines 26 cm langen frischen Feten (der Universitäts-Frauenklinik Zürich, Prof. Walthard) mittels Berlinerblau fensterte ich die Sklera und erhielt durch Photographie im durchfallenden Licht das Bild des Äquators und der retroäquatorialen Partien (Abb. 764b, Abb. 764c betrifft dieselbe Partie eines anderen 41/2momatigen Feten).Google Scholar
  42. *.
    Ich fand solches z. B. bei kongenitaler Linsenektopie, vgl. Abschnitt Zonula.Google Scholar
  43. **.
    Kraupa (Arch. Augenheilk. 1917, 82, 67) findet das angeborene Vorderkapselpigment „kommaförmig“und stellt fest, daß auch erworbenes Pigment regelmäßige Form gewinnen kann.Google Scholar
  44. *.
    Besser „Tunica“als „Membrana“, weil eine Membran im histologischen Sinne nicht vorliegt (vgl. jedoch die eigentümlichen grauen Reste der Abb. 774). Die Dignität dieses, die Kernbildungszone ernährenden capillaren Gefäßnetzes für die wachsende Linse, kommt nach Schultze 273) (1892) darin zum Ausdruck, daß es sowohl Blut aus der Arteria hyaloidea und den Vasa hyaloidea propria, wie auch aus den Ciliararterien empfängt.Google Scholar
  45. **.
    Vogt: Arch. O. G. 107, 211.Google Scholar
  46. *.
    Die älteren Anatomen (Henle, Koelliker usw.) nannten diese Partie der G-efäßmembran „Membrana capsulopupillaris“, die Membran der Hinterkapsel dagegen „Membrana capsularis“, die der Pupille „Membrana pupillaris“.Google Scholar
  47. **.
    Festschrift für Koelliker 1892.Google Scholar
  48. *.
    Grallemaerts: Annales d’Ocul. 165, 81 (1928).Google Scholar
  49. **.
    Anatomisch hat den nasalen Eintritt zuerst Seefelder 63) (bei Feten) festgestellt. Wir konnten seinen Befund an Feten bestätigen, s. Mikrophotographie (Abb. 726, 727).Google Scholar
  50. *.
    Die hier geschilderten Verdichtungen sind identisch mit den zuerst von Erggelet 102) 1914 in einigen Fällen beobachteten weißen Gebilden.Google Scholar
  51. *.
    Bei 82 an meiner Klinik untersuchten kindlichen Augen fanden sich die Hyaloidea-körperchen in 8,5% der Fälle (s. Dissertation Pellaton, Basel 1923).Google Scholar
  52. *.
    Vgl. Abschnitt Glaskörper.Google Scholar
  53. **.
    Seither sind die Befunde durch Koby (Microscopie de l’oeil vivant 1924), W. Volmer [Arch. Augenheilk. 97, 31 (1921)], Meesmann (Atlas 1927), Gallemaerts [Annales d’Ocul. 165, 81 (1928)] und andere bestätigt worden.Google Scholar
  54. *.
    Fuchs, E.: Durchblutung des Kanals. Graefes Arch. 99, 206.Google Scholar
  55. **.
    Vogt: Atlas der Spaltlampenmikroskopie, S. 76. Dieses „Dunklererscheinen“hängt vom Beobachtungswinkel ab. Durch passende Änderung desselben gelingt es, die Partie umgekehrt heller erscheinen zu lassen als die Umgebung, womit wieder ein optisch besonderes Verhalten dieser Partie nachgewiesen ist.Google Scholar
  56. *.
    Wildi, G.: Graefes Arch. 114, 101 u. Diss. Zürich 1924.Google Scholar
  57. **.
    Stilling: Graefes Arch. 15, III, 299.Google Scholar
  58. ***.
    Schaaf: Graefes Arch. 67, 58.Google Scholar
  59. †.
    Bribach: Graefes Arch. 76, 203.Google Scholar
  60. ††.
    Szent-Györgyi: Graefes Arch. 85, 137.Google Scholar
  61. †††.
    Fracassi: Graefes Arch. 111, 219.Google Scholar

Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1931

Authors and Affiliations

  • Alfred Vort
    • 1
  1. 1.Universitäts-Augenklinik ZürichSchweiz

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