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Zusammenfassung

Die Triebfedern jeder wirtschaftlichen Tätigkeit sind unsere Bedürfnisse, sie zwingen uns, tätig zu sein, um sie zu befriedigen. Aber wie alles im Leben dem Wechsel unterworfen ist, so auch unsere Bedürfnisse, von den primitivsten, ursprünglichen an bis zu den verfeinertsten. Und gerade jenes elementarste Bedürfnis, dessen Nichtbefriedigung die Vernichtung der Existenz bedeutet, die Stillung des Hungers, hat im Laufe der Zeit ganz außerordentliche Wandlungen erfahren. Freilich in einem Punkte können wir eine Konstanz feststellen. Es dürfte heute für erwiesen gelten, daß der Mensch von jeher omnivor war, und daß reine Pflanzennahrung — soweit sie überhaupt auf die Dauer bei Völkerschaften vorkam — nur ein Notbehelf gewesen ist. Auf der anderen Seite kennen wir aber auch kein Volk, das ausschließlich von Fleisch sich ernährt hätte, wir kennen — soweit unsere Erfahrungen reichen — kein Jägervolk, das nicht zugleich auch einen, wenn auch nur primitiven Anbau von Feldfrüchten, sog. Hackbau, betrieben hätte. Diese Unmöglichkeit des Menschen, allein von Fleisch zu leben, dürfte physiologisch in dem Bau der Kauwerkzeuge und der Verdauungsorgane begründet sein. Zweifelhaft mag allerdings sein, ob es nicht Fischervölker gegeben hat, die ausschließlich von dem Konsum von Fischen gelebt haben.

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Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1927

Authors and Affiliations

  • C. v. Tyszka
    • 1
  1. 1.HamburgDeutschland

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