Ledererzeugung und -Bearbeitung

  • F. Holtzmann

Zusammenfassung

Die Tierhäute, die zur Gerbung verwendet werden, stammen von in- und ausländischen Rindern, Pferden, Schafen und Ziegen. Sie werden zur Konservierung gesalzen, getrocknet, zum Schutz gegen Motten mit Naphthalin bestreut, indische Häute auch mit Arsenik. An den Fellen haften Mist, Blut und Schmutz, die beim Abwerfen aufs Lager ganze Staubwolken erzeugen. Die Hantierung mit den Rohhäuten bringt darum die Gefahr von Infektionen, namentlich von Milzbrand, mit sich. Im Sommer locken die Lager Schwärme von Schmeißfliegen an, welche die Keime übertragen können. Gekühlte Lagerräume sind zum Schutz der Häute wie aus hygienischen Gründen zu empfehlen. Wegen Gefährdung und Belästigung der Nachbarschaft sind Feilager in der Regel außerhalb der Ortschaften zu legen. Die Unfallverhütungsvorschriften der Lederindustrieberufsgenossenschaft schreiben vor, daß Lagerräume für rohe Schaf- und Ziegenfelle sowie trockene ausländische Rohhäute, die erfahrungsgemäß am häufigsten Milzbrandkeime bergen, einen undurchlässigen Fußboden haben müssen und mindestens jährlich einmal zu desinfizieren sind. Die Beförderung der Häute soll womöglich auf Wagen geschehen, werden sie getragen, so müssen Schutzkappen, die Kopf und Nacken bedecken, und Arbeitskleider, die häufig zu desinfizieren sind, zur Verfügung stehen. Zur Förderung der Reinlichkeit sind Wascheinrichtungen mit Seife und Handtuch bereitzuhalten. Ein Plakat mit Abbildungen belehrt über die Milzbrandgefahr.

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Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1926

Authors and Affiliations

  • F. Holtzmann
    • 1
  1. 1.KarlsruheDeutschland

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