Über das Schicksal des Follikelhormons (Folliculin) im Organismus

  • Bernhard Zondek

Zusammenfassung

Während bei einigen Hormonen (z. B. Adrenalin, Pitocin, Intermedin, Insulin) die biologische Wirkung im Organismus kurze Zeit nach der Zufuhr des Hormons auftritt, ist die Reaktionsform bei den Sexualhormonen (Prolan, Folliculin, Progestin) dadurch charakterisiert, daß zwi-schen der Hormonzufuhr und der sichtbaren Hormonwirkung eine mehr oder weniger lange Zeit vergeht. Dieses Intervall läßt sich auch durch Vergrößerung der Hormondosen nicht wesentlich beeinflussen. Die Kurven (Abb. 44 u. 45) demonstrieren dies für das Follikelhormon (Folliculin). Die Versuche wurden so ausgeführt, daß Folliculin (α-Hormon) in wäßriger Lösung im Verlauf von 36 Stunden (am 20. und 21. XI.) in steigenden Dosen injiziert wurde (Abb. 44). Ob man einer kastrierten Maus 5 ME oder die 200fache Folliculinmenge (1000 ME) injiziert, macht keinen wesentlichen Unterschied. Bei allen Tieren tritt frühestens am Abend des 3. Versuchstages (22. XI.) der Prooestrus, am 4. oder 5.Versuchstag der Volloestrus auf. Auch bei Zufuhr des Folliculins in öliger Lösung (Abb. 45) ist das Zeitintervall bei steigenden Hormonmengen nicht wesentlich verschieden, zwischen Zufuhr und Wirkung müssen mindestens 55 Stunden vergehen. Hingegen ist die Dauer der biologischen Reaktion wohl von der Hormondosis abhängig. So dauert das Vollbrunststadium bei Injektion von 5 ME Folliculin in wäßrigerLösung 72 Stunden, bei 1000 ME aber 144 Stunden, bei 5 ME in öliger Lösung 24 Stunden, bei 1000 ME aber 180 Stunden. Wesentlich ist also die Tatsache, daß zwischen der Hormonzufuhr und der Hormonwirkung eine bestimmte Zeitdauer vergehen muß, die auch durch Erhöhung der Hormondosen nicht abgekürzt werden kann.

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Copyright information

© Julius Springer in Vienna 1935

Authors and Affiliations

  • Bernhard Zondek
    • 1
  1. 1.Des Rothschild-Hadassah-Hospitals JerusalemIsrael

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