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Die biologischen Wirkungen des Follikelhormons (Folliculin)

  • Bernhard Zondek

Zusammenfassung

Das weibliche Sexualhormon — wir verwandten das von uns dargestellte Folliculin — zeigt im Tierversuch folgende Wirkungen.
  1. 1.

    Wirkung auf die Sexualorgane des kastrierten Tieres. Injiziert man einer kastrierten Maus oder Ratte Folliculin, so werden diese Tiere im Verlauf von 100 Stunden östrisch. Die Tiere werden vom Bock als brünstig erkannt und gejagt. Die Vulva ist trocken, verdickt, offen stehend, der Scheidenabstrich zeigt eine krümelige Beschaffenheit und besteht nur aus Schollen. Die Scheidenschleimhaut hat den typischen Brunstaufbau mit Verhornung der obersten Zellagen, die Uteri sind stark vergrößert, violettrot, zum Teil mit Sekret strotzend gefüllt. Beim Durchschneiden der Uterushörner fließt leukocytenhaltiges Sekret ab. Die Uterusschleimhaut zeigt die für die Brunst charakteristischen Drüsenveränderungen, aber nicht jene Fältelung und polypöse Beschaffenheit der Uterusschleimhaut, die man bei junger Graviditöt findet. Darüber wird noch im folgenden Kapitel zu reden sein.

    Injiziert man einem kastrierten Tier dauernd Folliculin, so tritt Dauerbrunst ein, d. h. eine dauernde Abschuppung der verhornten Zellen der Vaginalschleimhaut.

     
  2. 2.

    Durch Folliculin wird das infantile Tier vorzeitig brünstig gemacht (rund 80 Stunden nach der Zuführung des Hormons). Auch diese jungen Tiere werden vom Bock als östrisch erkannt und gejagt. Wir haben wiederholt gesehen, daß die jungen Tiere unter den stürmischen Kohabitationsversuchen zugrunde gingen.

     

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References

  1. 2.
    Steinach, Heinlein und Wiesner: Pflügers Arch. 210, H. 4/5, 598 (1925).CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Julius Springer in Vienna 1935

Authors and Affiliations

  • Bernhard Zondek
    • 1
  1. 1.Des Rothschild-Hadassah-Hospitals JerusalemIsrael

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