Zusammenfassung

Man erkundigt sich, ob während der vorliegenden Krankheit vorhanden gewesen sind:
  1. 1.

    Störungen des Ernährungszustandes, und zwar vor allem Abmagerung mit mehr oder weniger deutlichem Verlust der Körperkräfte. Es giebt Krankheiten, die stets mit einer solchen Abmagerung verbunden sind, z. B. die sogenannten Consumptionskrankheiten, und solche, bei denen sie fast regelmässig fehlt.

     
  2. 2.

    Störungen des Allgemeingefühles, Mattigkeit, Müdigkeit, die schliesslich den Kranken eventuell nöthigte, das Bett zu hüten. Man ermittelt auch die Dauer der Bettlägerigkeit. Fieberhafte acute Krankheiten zwingen den Kranken gewöhnlich sehr bald das Bett aufzusuchen.

     
  3. 3.

    Die später zu erwähnenden Veränderungen der Haut, die bei der Inspection sich manifestiren, speciell das Vorhandensein von Ausschlägen, abnormen Färbungen, Abschuppungen, sowie Anschwellungen (Oedem, s. sp.) der Beine, des Gesichts etc.

     
  4. 4.
    Subjective Fiebererscheinungen. Dieselben manifestiren sich dem Patient en durch
    1. a)

      Frost. Derselbe besteht entweder in einem mehr oder weniger starken und deutlichen Frösteln, das meist, wenn auch mit Unterbrechungen, Stunden bis Tage lang andauert, oder in einem mehr oder weniger heftigem Schüttelfrost mit klonischen Zuckungen der Muskeln, Zähneklappern, kühler blasser Haut; subjectivem lästigen Kältegefühl etc. Der Frost kommt, abgesehen von der durch kühle Aussentemperatur hervorgerufenen nicht pathologischen Frostempfindung, besonders als Initialsymptom des Fiebers vor. Und zwar äussert sich rasches Ansteigen der Temperatur meist durch heftigen Schüttelfrost (Pneumonie, Erysipel, Pyämie etc.), langsameres entweder gar nicht oder durch Frösteln (Abdominaltyphus u. a.).

       
    2. b)

      Hitze. Dieses subjective Zeichen ist viel weniger sicher als der Frost, da abgesehen davon, dass es ebenfalls durch die Aussentemperatur hervorgerufen werden kann, nicht nur beim Fieber, sondern in den mannigfachsten Affectionen, ja oft bei Gesunden, das Gefühl von vorübergehender Hitze allgemein oder local beobachtet wird. Nur dauerndes allgemeines Hitzegefühl spricht deshalb für das Vorhandensein von erhöhter Körpertemperatur.

       
    3. c)

      Schweiss. Falls Fieber bestand, ist derselbe oft ein Zeichen eines plötzlichen Abfalles, (Krise, nächtliche Schweisse der Phthisiker etc.), andererseits kommt er aher auch bei bestehenden Fiebern z. B. bei acutem Gelenkrheurnatismus vor.

       
    4. d)

      Durst. Er fehlt bei fieberhaften Zuständen nur selten, wird freilich aber auch bei vielen anderen Affectionen angetroffen.

       
     

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1892

Authors and Affiliations

  • Felix Wesener

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