Formale Gesetze

  • W. G. Waffenschmidt

Zusammenfassung

Die neuzeitliche Theorie sucht über diesen Streit hinweg zur Tat zu kommen. Sie gibt zu, daß die Wirtschaftstheorie die Wirklichkeit nicht voll und ganz erfassen kann. Sie sieht ihre Aufgabe darin, einen roten Faden durch das unübersehbare Gewirre realer Tatsachen und Geschehnisse zu ziehen. Sie unterscheidet von den realen wirklichen Gesetzen die formalen Gesetze, die auch in der nichtwirklichen Welt bestehen können und die gekennzeichnet sind durch die Worte: „vorausgesetzt daß“. Ob nun diese Voraussetzung real wirklich zutreffend ist, das ist oft genug schwer zu entscheiden, und es besteht dann Gefahr, im Anfang steckenzubleiben. Auch hier bringt die Fiktion, die Flucht aus der Wirklichkeit in das Gebiet der Gedanken, den Wissenschaftler vorwärts. Dem etwaigen Vorwurf, der nicht immer unberechtigt ist, daß er sich in Hirngespinsten verliert, begegnet er durch den Hinweis, daß er gerne zugebe, der Maßstab für die Bewertung seines entwickelten Systems liege in der Praxis. Wie dasjenige naturwissenschaftliche System als das wahre betrachtet werde, bei dem Schlußfolgerung wie Voraussetzung am besten mit der Wirklichkeit übereinstimmen, ebenso seien auch die wirtschaftswissenschaftlichen Systeme zu bewerten.

Copyright information

© Verlag von Julius Springer 1926

Authors and Affiliations

  • W. G. Waffenschmidt
    • 1
  1. 1.Universität HeidelbergDeutschland

Personalised recommendations