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Untersuchungs- und Analysenmethoden

  • P. Vageler

Zusammenfassung

Wie aus den vorstehenden Erörterungen hervorgeht, hängt fast der gesamte Wert einer Bodenuntersuchung im Laboratorium von der sorgfältigen Aufnahme der Profilgestaltung der Böden in der Natur und der entsprechend gewissenhaften Entnahme der Bodenproben ab. Im Zeichen der Schnellmethoden, die sich in dem letzten Jahrzehnt namentlich in Deutschland weitgehend eingebürgert haben, hat man die Probenahme in sehr vielen Fällen auf eine Entnahme von Proben der Ackerkrume beschränkt. Es ist gezeigt worden, daß zwar die Eigenschaften der Ackerkrume für das Gedeihen der Kulturpflanzen weitgehend von Wert sind, aber schon bei europäischen Kulturgewächsen durchaus nicht der einzige wertbestimmende Faktor des Bodens. Das gilt in verschärftem Maße für alle perennierenden Gewächse mit tiefgehender Bewurzelung, also im gemäßigten Klima für alle Obstbäume, Reben, Waldbestände usw. und im tropischen Klima für die Mehrzahl der Kulturgewächse. Wenn man das Wurzelsystem derartiger Pflanzen untersucht, so wird man finden, daß zwar alljährlich ein gewisser Prozentsatz der Wurzeln sich neu in der Bodenkrume, speziell in den humosen Schichten, wenn solche vorhanden sind, entwickelt, ein sehr großer Prozentsatz aber das ganze Profil des Bodens bis zu einer äußersten Zone, die für jede Pflanzenart auch bei günstigen Bodenverhältnissen in verschiedener Tiefe liegt, durchsetzt. Die völlige Unhaltbarkeit der vielfach gemachten Annahme, daß, abgesehen vom Humusgehalt, die Zusammensetzung des Untergrunds der der Krume entspräche, ist in den vorhergehenden Ausführungen nachgewiesen. Gerade im Gegenteil dazu beeinflußt die chemische und physikalische Gestaltung des Untergrundes: Das Auftreten aus irgendeinem Grunde undurchlässiger Illuvialhorizonte oder Schichten oder die physiologische Trockenlegung des Untergrundes durch zu hohe Beträge toten Wassers wie beim Vorkommen von Salzanhäufungen, das Auftreten von nicht ohne weiteres erkennbaren Lagen mit besonders großer oder besonders kleiner Wasserbeweglichkeit, entscheidend den an jeder Örtlichkeit für die Nutzpflanzen verfügbaren Wurzelraum. Die sorgfältigste Berücksichtigung der Gestaltung des Untergrundes bei jeder Bodenuntersuchung, mag diese nun ökologische oder ackerbauliche Zwecke verfolgen, ist also eine unbedingte Notwendigkeit, deren Vernachlässigung jede, auch die kostspieligste, Bodenuntersuchung praktisch wertlos macht, wenn nicht zufällig einmal die Annahme der Gleichheit von Krume und Untergrund den von der Natur gegebenen Tatsachen entspricht.

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Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1932

Authors and Affiliations

  • P. Vageler
    • 1
  1. 1.Landwirtschaftlichen Hochschule BerlinDeutschland

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