Die Luftschaltung durch Ventile

  • Karl Teiwes

Zusammenfassung

Bild 18 zeigt auf der linken Seite selbsttätige im Zylinderdeckel untergebrachte federbelastete Ventile Vs und Vd. Wir betrachten die Vorgänge der linken Seite. Das Saugventil ist geöffnet, das Druckventil geschlossen. Das Saugventil öffnet sich in der Richtung der einströmenden Luft nach dem Innern des Zylinders; das Druckventil wird sich mit dem austretenden Luftstrom nach außen öffnen. Die bewegende Kraft ist jeweils der Druckunterschied zwischen außen und innen, der auf die entsprechenden Flächen des Ventils einwirkt. Daher ist in der gezeichneten Kolbenstellung das Saugventil durch den äußeren Überdruck geöffnet, das Druckventil durch den Überdruck des Druckraumes geschlossen. Ist der Kolben ganz rechts angelangt, so soll das Saugventil sich schließen. Deswegen ist das Ventil durch die Zugspannung einer Feder Fs belastet, die das Ventil auf seinen Sitz zu senken sucht. Dies gelingt am Ende des Kolbenhubes noch nicht ganz, obgleich infolge der abnehmenden Geschwindigkeit des Kolbens und somit verminderter Strömungsgeschwindigkeit der gegen das Saugventil stoßenden Luft die ventilöffnende Kraft nachläßt Kehrt der Kolben zum Druckhube nach links um, dann schließt sich alsbald das Saugventil. Die Luft im Zylinder wird komprimiert, und in dem Augenblick, wo der Druck im Innern etwas größer geworden ist als der Druck über dem Druckventil, öffnet sich dieses, und die Druckluft wird bis Ende des Hubes ausgedrückt. Gegen Hubende nähert sich das Druckventil dein Sitze, ohne ihn aber erreichen zu können, da bis zur Kolbenendlage hin ja immer noch Luft, wenn auch mit geringerer Geschwindigkeit, ausgestoßen wird. Nach Kolbenumkehr schließt sich das Druckventil bald infolge des abnehmenden Druckes im Zylinder und der Einwirkung des Federdruckes F d . Während dieser Zeit strömt Luft aus dem Druckraum in den Zylinder zurück. Nachdem die im schädlichen Raume befindliche Luft sich genügend ausgedehnt hat, erfolgt bei bestimmter Stellung des Kolbens das Öffnen des Saugventiles. Wir erkennen also: selbsttätige Ventile öffnen sich durch die auf ihre Flächen wirkenden Druckunterschiede in der Richtung des vordringenden Luftstromes und werden durch Rückstrom und Federbelastung geschlossen. Das eine Ventil kann sich nur öffnen, nachdem das andere geschlossen ist. Die Ventile können sich nicht bei Hubwechsel des Kolbens schließen, sondern etwas verspätet nach Kolbenumkehr.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1911

Authors and Affiliations

  • Karl Teiwes
    • 1
  1. 1.TarnowitzPoland

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