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Zusammenfassung

Die erhöhten Ansprüche an die Qualität der Emailwaren bei billigsten Preisen derselben machen im ganzen Emaillierwerk eine bis aufs äußerste gesteigerte Zweckmäßigkeit auch der Lagerung notwendig. Verwechslung von Rohstoffen und Verschmutzung derselben bringen Verluste und Ausfall in der Fabrikation mit sich; Transportlöhne, die durch unzweckmäßige Lagerung der Rohmaterialien entstehen, belasten das Lohnkonto und führen dazu, daß ein Werk gegenüber zweckmäßiger eingerichteten Konkurrenzunternehmen ins Hintertreffen kommt. Die Rohstoffe sollen tunlichst in einem von der Fabrikation getrennten Lagerraum untergebracht werden. Bei der Anlage eines solchen Lagerraums ist zu bedenken, auf welche Weise die Hauptmengen der Rohstoffe ankommen, ob per Bahn, Lastauto oder Wassertransport. Dementsprechend ist die allgemeine Lage des Rohmaterialienlagers innerhalb des Werkes zu wählen. Bei der Größenbemessung sind einerseits die Mengen zu berücksichtigen, in denen die einzelnen Stoffe gebraucht werden, andererseits aber auch Überlegungen über die Größe des von den einzelnen Materialien zu haltenden Vorrats maßgebend. Die Unterteilung des Lagerraums richtet sich nach dem Verhältnis, in dem die einzelnen Rohstoffe bezogen und vor allem verbraucht werden. Die Art des Bezuges, ob in loser Verladung oder in Säcken und Fässern, ist ebenfalls zu berücksichtigen. Grundsatz bei der Einrichtung des Lagers muß sein, daß die Ausladung und die Einlagerung der Stoffe mit dem geringstmöglichen Arbeitsaufwand erfolgt. Die Aufbewahrung der lose ankommenden Massengüter, zu denen Quarz, Feldspat und eventuell auch Soda gehören, soll in abgeschlagenen Buchten oder in. hölzernen bzw. eisernen Silos erfolgen. Das gleiche gilt für Materialien, die in Säcken eingehen. Borax, Salpeter und die Trübungsmittel laufen in der Regel in Fässern verpackt ein. Hier kann allenfalls die Lagerung in diesen Packungen erfolgen, wenn durch zuverlässige Beschriftung und getrennte Aufbewahrung die Gefahr der Verwechslung ausgeschlossen ist. Zweckmäßig wird aber auch die Aufstellung eines kleinen Silos sein, damit das Herumstehen einzelner und besonders angebrochener Fässer vermieden wird. Selbstverständlich sind alle Buchten und Silos abzudecken, um das Material vor Verschmutzung durch Staub und Ruß zu schützen. Auch ein regendichtes Dach ist kein Luxus! Rohstoffe, die Wasser anziehen, wie Soda oder Natronsalpeter, sind in schmaler, hoher und dichter Lagerung aufzubewahren, damit die Wasseranziehung nur durch eine möglichst kleine Oberfläche erfolgen kann und diese Oberflächenschicht die innere Hauptmasse schützt. Ähnliches gilt für Borax, der nicht gegen Wasseranziehung, sondern gegen Verwitterunggeschützt werden muß. Die Bauart des Lagers soll so solide sein, daß sie auch die Anlegung einer Transmission für eventuell aufzustellende Aufbereitungsmaschinen gestattet. Werden einzelne Rohstoffe ungemahlen bezogen, wie dies beispielsweise bei Feldspat noch vereinzelt geschieht, so empfiehlt es sich, die Aufbereitungsmaschinen im Lagerschuppen unterzubringen, wobei zu beachten ist, daß die Materialwege kürz und nicht rückläufig sind. Besteht die Gefahr, daß bei Massengütern sogar einzelne Sendungen in sich nicht gleichmäßig sind, wie es bei den natürlich vorkommenden Stoffen manchmal geschieht, so ist auch eine Mischmaschine einzubauen, um die Gewähr zu haben, daß man wenigstens über einen längeren Zeitraum gleichmäßiges Rohmaterial verarbeitet. Die Anlage der Aufbewahrungsräume für die einzelnen Stoffe ist auch so zu treffen, daß diese aus den Silos leicht entnommen und auf kürzestem Wege zur Abwägung kommen können. Die meist nur in kleineren Mengen eingehenden, sehr teuren Rohstoffe, wie Kobaltoxyd, Farbkörper, sind in besonderem, verschließbarem Raum, der nur dem Meister oder Betriebsleiter zugänglich ist, aufzubewahren. Die Lagerung erfolgt in Holzkästen oder Blechkanistern, die durch entsprechende Beschriftung zu kennzeichnen sind. Es ist selbstverständlich, daß das gesamte Lager in bezug auf Aus- und Eingänge der Rohstoffe durch gute Lagerbuchhaltung dauernd kontrolliert und ergänzt wird.

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Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1941

Authors and Affiliations

  • Ludwig Stuckert
    • 1
  1. 1.Technischen Hochschule MünchenDeutschland

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