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Bedeutung der Wärmequellenlage

  • B. Stočes
  • B. Černík

Zusammenfassung

Bei der Zusammenstellung der Wärmebilanzen in der Grube ist es nicht gleichgültig, wo sich die Wärmequelle befindet; besonders ihre Entfernung vom Arbeiter ist maßgebend. Dies wird durch die folgenden Beispiele erhellt:
  1. 1.

    Stellen wir uns eine Strecke vor, deren Ulme eine Temperatur von 20° C haben und durch welche zur Arbeitsstelle in 1 Minute 100 cbm Wetter strömen. Die Wetter haben ebenfalls eine Temperatur von 20° C und gelangen zur Arbeitsstelle mit derselben, 20° C betragenden Temperatur (Abb. 54).

     
  2. 2.

    Stellen wir uns nun vor, daß an der Arbeitsstelle selbst, entweder durch eine elektrische Maschine oder durch Brennen der Geleuehte, d. i. durch eine absolute Wärmequelle W, so viel Warme entwickelt wird, daß hier die Wetter von 20° C auf 30° C erwarmt werden. Die Wetter konnen sich an den Stößen nicht abkühlen, weil die Wärmeaufnahme erst am Arbeitsorte selbst erfolgt, so daß für die Abkühlung nicht genügend Zeit vorhanden ist. An dieser Stelle schadet also die Wärmequelle in vollem Maße und es muß die ganze aufgenommene Wärme kompensiert werden, wenn wir die Wettertemperatur auf den ursprüngliehen Wert bringen wollen (Abb. 55).

     
  3. 3.

    Vollkommen anders gestalten sich die Verhältnisse, wenn sich, bei sonst gleichen Temperaturverhältnissen, die Wärmequelle W in einer Entfernung von 500 m vom Arbeitsorte befindet. Die Wetter erwärmen sich zwar an der Wärmequelle ebenfalls um 10° C, doch wird diese Erwärmung im Verlaufe des 500 m langen Weges durch die Stöße kompensiert, so daß die Wetter wie im Falle 1 wieder mit einer Temperatur von 20° C zur Arbeitsstelle gelangen; die Wirkung ist also derart, als wenn gar keine Wärmequelle vorhanden wäre. Eine solche Wärme-quelle muß überhaupt nicht berücksichtigt werden. Natürlieh spielt die Wirkungsdauer einer solchen Wärmequelle, sowie die Wärmekapazitat des umliegenden Gesteines, eine Rolle; d. h. ob diese Wärmequelle vorübergehend oder dauernd wirkt und ob das Gestein fähig ist, alle Wärme dauernd in sich aufzunehmen (Abb. 56).]

     
  4. 4.

    Stellen wir uns nun vor, daß die Streckenwände 30° C haben und daß zur Arbeitsstelle 20° C warme Wetter strömen. Ehe sie zur Arbeits-stelle gelangen, erwärmen sie sich um 10° C und gleiehen sich mit der Temperatur des Gesteines aus. Will man die Wetter an der Arbeitsstelle 20° C warm haben, so muß man die den 10° C entsprechende Erwärmung in der Nähe des Arbeitsortes beseitigen (Abb. 57).

     
  5. 5.

    Stellen wir uns num wieder vor, daß sich 500 m vom Arbeitsorte entfernt eine Wärmequelle W befindet, welche die hier strömenden 20° C warmen Wetter auf 30° C erwärmt. Die Strek-kenwände habe ebenfalls eine Temperatur von 30° C (Abb. 58). Solche Wetter werden auf ihrem weiteren Wege zum Arbeitsorte von den Stößen keine Wärme mehr aufnehmen und erreichen den Arbeitsort mit der gleichen Temperatur wie im Falle 4. Sie haben also die gleiche Temperatur, als wenn un-terwegs keine Wärmequelle vorhanden wäre. Wollen wir die Wetter am Arbeitsorte kühlen, so erfolgt dies von 30° C auf 20° C, also um den gleichen Wert wie im Falle 4. In diesem Falle kompensieren wir die Wärme der betreffenden Wärmequelle und nicht diejenige Wärme, welche die Wetter von den Stößen angenommen haben. Das ist allerdings vom Standpunkte der Arbeitsortkühlung vollkommen gleichgültig1.

     
  6. 6.

    Würde die lokale Wärmequelle die Watter über die Gesteinstemperatur erwärmen, und wäre der Weg zum Arbeitsorte genügend lang, so würden sich die Wetter wieder auf diejenige Temperatur abkühlen, welche sie haben würden, auch wenn keine Wärmequelle vorhanden wä, nämlich auf die Gesteinstemperatur.

     

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Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1931

Authors and Affiliations

  • B. Stočes
    • 1
  • B. Černík
    • 1
  1. 1.Hochschule in PříbramCzech Republic

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