Das Wirtschaftsleben und die Reichslasten

  • Paul Steller

Zusammenfassung

Was demBeobachter unserer heutigen Zustände am meisten und am peinlichsten auffällt, das ist die allgemeine Unzufriedenheit der Menschen mit den öffentlichen Verhältnissen. Die Sozialdemokraten vertreten und verbreiten den Gedanken, daß die jetzige Gesellschaft und der jetzige Staat verwerflich seien, und regen systematisch die Arbeiterschaft, die kleinen Bürger und Beamten gegen unsere öffentlichen Einrichtungen auf. Viele nicht zu der Sozialdemokratie gehörige Kreise von Geschäftstreibenden sind durch den Hansabund oder extreme Politiker gegen die Reichsfinanzreform und gegen den Bund der Landwirte, gegen Konservative oder auch gegen die großen Ausgaben für Heer und Flotte eingenommen worden. Die liberalen Parteien, von den Nationalliberalen mindestens die des linken Flügels, die von Bassermann bis Bebel, erbosten sich über die Konservativen und deren Zusammengehen mit dem Zentrum in der Steuer- und Kanzlerfrage. Aber auch das Zentrum und die Konservativen zählen noch viele Unzufriedene in ihren Reihen. Ersteres fabelt von einem Kulturkampf, obwohl von dem bei der jetzigen Anschauung der leitenden Kreise in der Regierung und im Parlament gar keine Rede sein kann. Und die Konservativen sind unzufrieden, weil ihre Bemühungen, die Nationalliberalen zu versöhnen und mit ihnen zusammen gegen der Umsturz zu marschieren, keine Gegenliebe, mindestens bei der in der Parteileitung vorherrschenden Linken, finden.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Verlag von Julius Springer 1911

Authors and Affiliations

  • Paul Steller
    • 1
  1. 1.KölnDeutschland

Personalised recommendations