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Einheimische Edelhirsche

  • Walter Seitz

Zusammenfassung

In den meisten Abhandlungen über die Vererbungslehre von den Pflanzen wird zum Vergleich die Tierwelt herangezogen. Das ist im vorliegenden Falle um so näherliegend, als Wald und Wild eine Lebensgemeinschaft bilden. Wenn in dieser volles Gleichgewicht walten soll, so darf der Wildstand das forstlich zulässige Maß nicht überschreiten, und es muß für hinreichende Äsung gesorgt sein. Sollten trotzdem die Verjüngungen Schaden erleiden, so ist vorübergehende Einzäunung das beste und billigste Vorbeugungsmittel. Bei verständiger Leitung werden die Kosten der Hege sich in mäßiger Höhe halten und die Rentabilität des Waldes keineswegs gefährden. Voraussetzung dafür ist, daß Forstwirtschaft und Jagd in einer Hand bleiben. Mögen auch hohe Jagdpachtgelder verlockend erscheinen; sie müssen zu schweren Enttäuschungen führen, da die beiderseitigen Interessen nicht vereinigt werden können. Ein Reinertrag aus der Jagd ist nicht zu verlangen, weil das edle Weidwerk ideale Werte in sich schließt, die sich nicht in Zahlen ausdrücken lassen. Mit dem Idealismus zusammen steht oder fällt die Existenzberechtigung des Hochwildes überhaupt. Ein minderwertiger Rotwildstand ist nicht viel mehr als Wildbret für die Küche, und in dieser Eigenschaft würde sein Dasein im Walde unter den heutigen Wirtschaftsverhältnissen wohl nicht günstig beurteilt werden können. Deshalb ist es Pflicht aller Jäger, die Rassenzucht auch auf das Edelwild auszudehnen, um den „König der Wälder“ in höchster Vollkommenheit den Kindern und Kindeskindern als Naturdenkmal zu überliefern. Das kann nicht in zoologischen Gärten, auch nicht auf die Dauer in kleinen Tiergärten geschehen; denn jede unnatürliche Pflege richtet mit der Zeit die beste Rasse zugrunde. Nur die freie Wildbahn und sehr große Gehege mit guten Schutz- und Äsungsverhältnissen bieten geeignetes Zuchtgelände. —

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© Verlag von Julius Springer 1927

Authors and Affiliations

  • Walter Seitz
    • 1
  1. 1.HavelbergDeutschland

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